KI revolutioniert verschiedene Lebensbereiche. Ob missleitende Deepfakes, schnelle Antworten auf komplexe Alltagsfragen oder das Umkrempeln lange bewährter Arbeitsprozesse. Gerade in der Arbeitswelt erhoffen sich viele Unternehmen deutliche Wettbewerbsvorteile durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Vor allem die großen Wettbewerber sind oft am Zahn der Zeit.
Um den Weg in die KI-Arbeitswelt für kleine und mittlere Unternehmen zu ebnen, stellt die "Initiative Neue Qualität der Arbeit" (INQA) einen KI-Kompass zur Verfügung. Wir haben uns angeschaut, was darin steht.
Neuauflage von KI-Kompass wird geprüft
Die INQA ist eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Auf ZFK-Anfrage sagte eine Sprecherin: "Die INQA-Broschüre 'KI-Kompass für KMU' bietet einen einfachen Einstieg ins Thema und richtet sich an Unternehmen, die bisher wenig bis keine Berührungspunkte mit künstlicher Intelligenz (KI) hatten."
In fünf Kapiteln deckt die Broschüre die Grundfragen zur Nutzung von KI in KMUs ab. Die aktuelle Erstfassung stammt noch aus dem Jahr 2024. Es habe seither enorme technische Entwicklungen im Bereich KI gegeben, weshalb eine Aktualisierung aktuell geprüft werde, heißt es aus dem Ministerium. Die Broschüre zähle zu den zehn meistgelesenen der Initiative. Insgesamt wurden über 30.000 Exemplare geordert, beziehungsweise heruntergeladen.
"Was ist eigentlich KI?"
Das erste Kapitel vermittelt auf sieben Seiten niedrigschwellig die Grundlagen rund um das Thema KI. Angefangen bei der Frage "Was ist eigentlich KI?" werden hier neben Fachbegriffen auch verschiedene Anwendungsfelder für KI in Unternehmen dargestellt. Ein Beispiel aus der Praxis flankiert das Ganze. Am Ende wird spezifisch auf die Situation im Bereich der KMUs eingegangen.
Wie etabliert man die Nutzung von KI im Unternehmen?
KI-Anwendungen haben nicht nur Auswirkungen auf technische Prozesse und Anwendungen. Arbeitsprozesse und Teamstrukturen werden von der Einführung künstlicher Intelligenz ebenso beeinflusst. Grund dafür ist nicht zuletzt die Breite der Anwendungsmöglichkeiten, die KI bietet.
Im zweiten Kapitel widmet sich der KI-Kompass genau diesem Spannungsfeld. Die Einbindung von Mitarbeitenden in den Prozess ist eine der Thematiken. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der notwendigen Qualifizierung. Es geht aber auch um Fragen wie Transparenz im Prozess, die Umsetzung von Ideen der Mitarbeitenden oder die Frage der Glaubwürdigkeit.
KI: Welche Unternehmen setzen sie heute bereits ein?
Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden verwendete 2025 KI-Anwendungen. Deutlich geringer fiel die Verteilung unter den kleinen Unternehmen aus. Lediglich knapp über zwanzig Prozent der Unternehmen mit einer Größe zwischen 10 und 49 Mitarbeitenden nutzten im vergangenen Jahr KI-Anwendungen. Die Zahlen wurden vom Statistischen Bundesamt erhoben.
Hauptanwendungen waren bei allen Unternehmensgrößen die Generierung von Audio-, Bild- oder Videoinhalten und das sogenannte Text-Mining. Letzteres meint die automatische Analyse von Textdateien.
Es wird außerdem beschrieben, wie sich die Rolle von Führungskräften mit der Einführung von KI-Anwendungen verändert. Dabei haben die Erstellenden verschiedene Phasen des Prozesses und Anforderungen herausgearbeitet und geben Tipps für den Umgang. Zur vertiefenden Umsetzung wird unter anderem auf Arbeitshilfen des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (iFaa) verwiesen.
Zudem plädiert der KI-Kompass dafür, Arbeitnehmervertretungen von Anfang an mit in die Prozesse einzubinden. Es wird jedoch auch klargestellt: "Für die Einführung und den Einsatz von KI im Betrieb gibt es keine Patentrezepte." Man könne voneinander lernen, auch überbetrieblich.
Lesen Sie auch: KI-Interview Thies Hansen
Ob Ethik oder Machbarkeit: Beim Einsatz von KI müssen einige Klippen umschifft werden
Unter dem Titel "Klippen umschiffen" geht es im dritten Kapitel des KI-Kompasses um Fragen wie Ethik, Datenschutz und Machbarkeit. Aber auch die Wechselwirkung mit der Unternehmenskultur findet Erwähnung.
Der KI-Kompass kann hier eingesehen werden.
Kapitel vier gibt Ideenanstöße zur Evaluierung des KI-Einsatzes und zur Abschätzung möglicher Folgen für den Betrieb. Das letzte Kapitel gibt weitere Navigationshilfen mit auf den Weg in die KI-Anwendung. Darunter finden sich nützliche Anlaufstellen und weiterführende Literatur.



