Herr Tscheschke, die Frist für das Netzanschlussportal rückt näher. Wie nehmen Sie die Umsetzung bei den Netzbetreibern wahr?
Tscheschke, Vertrieb, ITC-AG: Die Nachfrage ist deutlich gestiegen. Uns erreichen fast täglich entsprechende Anfragen von Bestands- und Neukunden. Die Absicht, ein Netzanschlussportal bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Frist bereitzustellen, haben aus unserer Sicht alle Netzbetreiber. Um diese Frist zum 1. Januar 2024 einzuhalten, sind Netzbetreiber gut beraten, umgehend in eine entsprechende Planung einzusteigen.
Was muss denn überhaupt bis zum 1. Januar 2024 geboten werden?
Netzbetreiber werden nun verpflichtet, Anträge für Standard-Netzanschlüsse sowie für Ladeeinrichtungen und Wärmepumpen online über ein benutzerfreundliches Webportal anzubieten. Dabei müssen sie laut Gesetz auch sicherstellen, dass die eingereichten Anträge zeitnah bearbeitet werden. Die gesetzliche Basis für die digitalen Anträge ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW). Auf dessen Grundlage wurde die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) erlassen. Konkret sind die §§ 6 und 19 der NAV relevant für die Verpflichtungen der Netzbetreiber. Übrigens: viele Anwender der ITC-Portallösungen bieten so ein Webportal bereits seit Jahren – nun wird es Pflicht.
Warum ist das Webportal für EE-Anlagen erst ein Jahr später nötig?
Hierüber haben wir keine gesicherten Informationen und könnten lediglich spekulieren. Aus unserer Erfahrung ist das Aufkommen von Anträgen für EEG-Anlagen bei vielen Netzbetreibern derart hoch, dass eine zeitnahe Umsetzung auch dieser Prozesse empfehlenswert ist. Das ITC-Portal bietet hierfür bereits einen fertigen und BDEW-konformen Funktionsbaustein, der sofort zum Einsatz kommen kann.
Wie lange dauert die Installation Ihrer Lösung Lösung?
So pauschal kann man das gar nicht sagen. Fakt ist: um der erhöhten Nachfrage nach Netzanschlussportalen gerecht zu werden, bieten wir unsere White-Label-Version in der ITC-Cloud an. Diese kann i.d.R. beim Netzbetreiber zeitnah in wenigen Tagen an den Start gehen. Die Integration in die vorhandene Webseite ist problemlos möglich. Ebenso kann das Netzportal auch als eigenständige Lösung laufen.
Die Fragen stellte Stephanie Gust
