Mit dem neuen, deutlich erweiterten Redispatch-2.0-Prozess müssen Verteilnetzbetreiber ebenso wie Übertragungsnetzbetreiber künftig ihre Netze angesichts der zu erwartenden Belastung modellieren und prognostizieren und dabei auch EE-Anlagen, KWK-Anlagen und Speicher ab 100 kW einbeziehen. Dazu müssen die Leitsysteme angepasst werden – insbesondere für die viertelstundenscharfen Prognosen und umfangreichen Netzsicherheitsrechnungen.
Insbesondere die Aufwände zur Datenbeschaffung, Prognose und Modellierung der Netze und Parametrierung der Netzelemente für die NSR werden hoch sein, warnt das Softwarehaus Kisters. Neben der leittechnischen Aufgabe übernimmt der VNB mit Redispatch 2.0 auch Verantwortung für den bilanziellen und finanziellen Ausgleich sowie die Abwicklung der Abrechnungsprozesse mit den Marktakteuren und muss unter anderem den Redispatch-Bilanzkreis führen. Der ständig benötigte Datenaustausch zwischen Leitsystemen und Energiemarkt erfordert angepasste Sicherheitskonzepte (ISMS).
Intensive Vorbereitung nötig
Die Regelungen betreffen nicht nur alle 890 VNB, sondern auch alle Anlagenbetreiber (BTR), Einsatzverantwortliche (EIV), Bilanzkreisverantwortliche (BKV) und Direktvermarkter (DV) von Anlagen ab 100 kW, die unter anderem die erforderlichen Plandaten zur Verfügung stellen müssen. Passende Software-Lösungen würden damit nicht nur die VNB bedienen, sondern ein Gesamtkonzept zur Integration und Unterstützung aller betroffenen Marktteilnehmer, beispielsweise auch bei der Marktkommunikation, rät Kisters.
Der Redispatch 2.0 bedeutet damit für fast alle Marktakteure neue Prozesse und Verpflichtungen, so Kisters. Dazu sei eine intensive Vorbereitung bis zum 1. Oktober 2021 nötig. „Prognosen, Netzsicherheitsrechnungen und Netzmodellierung gehören seit Jahrzehnten zu unseren Kernkompetenzen. Diese Erfahrung haben wir in rollenspezifische Redispatch-Lösungen eingebracht, die sowohl mit Bestandssystemen als auch mit Drittsystemen verwendet werden können. Damit werden Verteilnetzbetreiber geeignete Redispatch-Maßnahmen ableiten und auch die davon abhängigen Kommunikations- und Steuerungsprozesse durchführen können“ wirbt Volker Bühner, Leiter Geschäftsbereich Energie für die Lösung seines Unternehmens. (sg)


