Alle Daten auf einen Blick: Die evm-Gruppe setzt bei Smart-Meter-Gateway-Administration, Meter Data Management, Geräteverwaltung und Marktkommunikation intelligenter Messsysteme auf eine Plattform der Thüga SmartSerivce.

Alle Daten auf einen Blick: Die evm-Gruppe setzt bei Smart-Meter-Gateway-Administration, Meter Data Management, Geräteverwaltung und Marktkommunikation intelligenter Messsysteme auf eine Plattform der Thüga SmartSerivce.

Bild: © evm/Sascha Ditscher

Jedes Jahr breche Panik aus, wenn die Ablesungen zum Stichtag vorliegen müssten, gab Andreas Piana, Leiter Wohnungswirtschaft bei der Rheinisch Bergischen Siedlungsgesellschaft, gleich zu Beginn zu. Piana sprach bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Pain-Point Zählerablesung“ bei einem virtuellen Zukunftskongress der Aarealbank. Der Prozess sei komplex und aufwändig: Meist würden in verwinkelten Kellern unleserliche Zahlen auf Papierzetteln notiert.

Dass die Zählerablesung durch die Digitalisierung nur einfacher werden könne, stand für die Diskussionsteilnehmer daher fest. Ob es sinnvoll sei, gleich flächendeckend intelligente Messsysteme („Smart Meter“) einzubauen – darüber gingen die Meinungen auseinander. Piana sprach sich in der Zwischenzeit für digitale Übergangslösungen aus.

Digitale Lösungen sind gefragt

Viel Lob erhielt zum Beispiel das Geschäftsmodell von pixolus. Das Kölner Start-up bietet eine App an, mit der Zählerdaten digital übermittelt werden können. Dabei erhalten die Zähler einen Barcode, der von einem Smartphone eingelesen wird. Das Unternehmen will so eine Übergangslösung ermöglichen, bis smarte Messgeräte bundesweit installiert sind.

Die Zählerdaten werden nach der Erfassung auf einem Webportal gesammelt und anschließend an die Interessengruppen verteilt. Seien es Strom-, Gas- oder Wasserversorger. Auch die Wohnungswirtschaft könne dabei profitieren, etwa, um Optimierungspotenzial beim Heizen festzustellen, warb Stefan Krausz, Geschäftsführer von pixolus, für seine Idee.  

SW erwarten neue Geschäftsfelder

Die Sichtweise der kommunalen Unternehmen vertrat die Stadtwerke Duisburg Metering. Die Stadtwerke-Tochter sehe sich in der Vorreiter-Rolle, was intelligente Messsysteme angeht, betonte Udo Gottschalk, Vertriebsleiter des kommunalen Unternehmens. Sie kauften die Geräte, setzen sie ein und amortisieren sie über Jahresverträge mit den Kunden. Gottschalk bewarb dabei die zahlreichen Chancen für neue Geschäftsfelder.

So werde etwa digitale Infrastruktur in die Gebäude gebracht, um anschließend die Auswertung dieser Daten durch zum Beispiel die Wohnungswirtschaft zu ermöglichen. Hierdurch ergeben sich in Zusammenarbeit zwischen Energie- und Wohnungswirtschaft neue Geschäftsfelder wie vorausschauende Instandhaltung und Optimierungspotenzial bei Energie- und Wasserbilanzen.

Uneinigkeit über Zeithorizont

Wann die genaue Umrüstung auf intelligente Messgeräte erfolgen sollte, war Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Andreas Piana sah als Vertreter der Wohnungswirtschaft vor allem Kapazitätsprobleme bei der Datenauswertung, was den Prozess verlangsame. Udo Gottschalk von Stadtwerke Duisburg Metering hielt dem entgegen, dass es bei ihnen im Hause keine Versorgungslücken gebe. Kooperationen seien vor langer Zeit geschlossen worden.

Darüber hinaus könnten die Stadtwerke Bestandsanalysen teilen. Die Übermittlung der Zählerdaten an kommunale Versorgungsunternehmen erfolge bereits seit längerer Zeit digital. Piana hielt dem entgegen, dass es derzeit kaum private Nachfrage nach intelligenten Messsystemen gebe. (jk)

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