So nutzt Eon maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz beispielsweise zur Ertragsoptimierung von Windparks, wie Chief Digital Officer Matthew Timms aufzeigte. Big Data werden auch eingesetzt, um die attraktivsten Standorte für Ladesäulen zu eruieren, sprich dort, wo die meisten Leute parken. Auch kooperiert das Unternehmen mit Microsoft für Smart-Home-Anwendungen und die automatische Datenanalyse und -verarbeitung sollen auch dabei helfen, neue Angebote rund ums Energiesparen mit Hilfe von Smart Metern zu entwickeln.
Aktiv ist Eon auch im Bereich neuer Plattformen für den Peer-to-Peer-Handel von Strom. Um möglichst viele Mitarbeiter beim nötigen Kulturwandel rund um die Digitalisierung mitzunehmen, setzt das Unternehmen auf den "Buttom-up"-Ansatz. Eine Herausforderung bleibt die Gewinnung von Fachkräften, "doch zieht unser Engagement im Bereich Energiewende auch junge Talente an", berichtete Timms.
Solaranteile ab der Größe eines Pizzakartons
Intensiv Blockchain nutzt Enyway, ein neuer Online-Marktplatz beziehungsweise eine Peer-to-Peer-Plattform für nachhaltige Energie, die mit dem Slogan "Energieversorgung nach deinen eigenen Regeln“ wirbt. Betreiber von Windrädern und Photovoltaikanlagen werden direkt mit Verbrauchern zusammengebracht. Zudem können sich Mieter und andere Verbraucher auch ab 39 Euro am Bau größerer Solaranlagen beteiligen. Dafür bekommen sie dann einen Teil "ab der Größe eines Pizzakartons" fälschungssicher zugeordnet sowie den entsprechenden Stromertrag. Eine erste PV-Anlage mit einer Leistung von 1,5 MW soll in Bälde in Sachsen-Anhalt gebaut werden. Diese soll sich auf diese Weise auch selbst finanzieren, ohne EEG.
Anspruch ist es, die Energieversorger überflüssig zu machen, "auch mein früheres Unternehmen", sagt Heiko von Tschischwitz, Enyway-Geschäftsführer und ehemaliger Geschäftsführer des Ökostromanbieters Lichtblick. Doch arbeite man mit zahlreichen externen Dienstleistern zusammen, so wickelt beispielsweise Statkraft das Bilanzkreismanagement ab.
Plattformgeschäft anders als das bisherige Geschäft
"Die Idee von Enyway ist in Lichtblick entstanden, doch wir haben uns ganz bewusst dafür entscheiden, dies auf der grünen Wiese zu starten, denn das Plattformgeschäft ist ganz anders als das frühere Geschäft", sagte von Tschischwitz. Aufgrund der sehr hohen Regulierung im Energiebereich bedürfe es jedoch "schon einiger Kreativität", um entsprechende Plattformangebote zu etablieren. Ganz bewusst setze man allerdings die Nutzung der Blockchain-Technologie beim Marketing für das neue Angebot nicht in den Vordergrund, denn dies schrecke viele Verbraucher eher ab.
Datengetriebene Lösungen für Energieversorger hat das Start-up Omega Lambda Tec im Fokus. Die Bandbreite reicht von der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) kritischer Netzinfrastrukturen wie Transformatoren, verbesserte Erzeugungsprognosen von Windparks bis zu exakteren Gas- und Strompreisprognosen zur Optimierung des Intraday- und Day-Ahead-Handels. (hcn)


