Ein digitaler Umzug bedeutet viel Arbeit und Zeit.

Ein digitaler Umzug bedeutet viel Arbeit und Zeit.

Bild: © AndSus/AdobeStock

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) plant offenbar in einem Referentenentwurf für ein Energieeffizienzgesetz die Auflagen für Rechenzentren massiv zu verschärfen. Aus der Branche kommt dazu Kriitk. "Rechenzentren bilden die Basis der Digitalisierung und werden nun durch das Energieeffizienzgesetz aus Deutschland vertrieben", warnt Achim Berg, Präsident des er Branchenverbandes der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom).

Die geplanten Vorgaben seien demnach für viele Rechenzentren nicht erfüllbar. "Rechenzentren hängen vom deutschen Strommix ab und dieser Strommix wird von der Politik gesetzt", sagte Berg. "Jetzt die Rechenzentren für die energiepolitischen Fehlleistungen von Bund und Ländern in Haft zu nehmen, wird Deutschlands Klimabilanz mittelbar verschlechtern und schwächt zudem die Sicherheit unserer kritischen Infrastrukturen."

Strompreise nach oben treiben

Laut dem Referententwurf sollen offenbar alle deutschen Rechenzentren ab 2024 zu fünfzig Prozent mit Ökostrom betrieben werden, ab 2025 dann zu hundert Prozent. "Bis dahin ist die Energiewende in Deutschland nicht umgesetzt und es ist schlicht nicht ausreichend Strom aus regenerativen Quellen verfügbar", betonte Berg. "Wenn nun Rechenzentren überproportional regenerativ erzeugten Strom aufkaufen müssen, fehlt dieser Strom anderen Kunden und gleichzeitig werden die Strompreise weiter nach oben getrieben."

Bereits heute böten andere europäische Länder erhebliche Standortvorteile mit deutlich geringeren Stromkosten bei zumeist besserer CO2-Bilanz. Die Rechenzentren in Deutschland müssten hingegen mindestens die Hälfte der Betriebskosten für Stromkosten veranschlagen. "Wenn die Stromkosten in Deutschland nun durch unrealistische Vorgaben weiter in die Höhe getrieben werden, werden deutsche Rechenzentren im Wettbewerb massiv belastet und der Standort insgesamt geschwächt", so der Bitkom-Präsident.

Pflicht Abwärme abzunehmen

Darüber hinaus mache es keinen Sinn, den Rechenzentren eine Pflicht zur Nutzung von Abwärme aufzuerlegen, ohne zugleich eine Pflicht zur Abnahme dieser Abwärme etwa bei Stadtwerken oder Wärmenetzbetreibern einzurichten. "Die weit überwiegende Mehrheit der Rechenzentren würde schon jetzt bereitwillig ihre Abwärme abgeben", sagte Berg. "Doch mangelt es nicht nur an Abnehmern, sondern auch an modernen Wärmenetzen." (jk)

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