In der Debatte um den Fortschritt der Energiewende beklagt Eon den schleppenden Smart-Meter-Rollout von intelligenten Zählern in Deutschland.

In der Debatte um den Fortschritt der Energiewende beklagt Eon den schleppenden Smart-Meter-Rollout von intelligenten Zählern in Deutschland.

Bild: © Eon

Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat sich für eine Verpflichtung von Netzbetreibern ausgesprochen, alle Haushalte mit intelligenten Stromzählern auszustatten. "Hätte ich einen Wunsch frei, wäre es ein verpflichtender Smart-Meter-Rollout in Deutschland", sagte Eon-Vertriebsvorstand Marc Spieker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Essen.

Bislang sind Netzbetreiber nur unter bestimmten Bedingungen zur Umrüstung bei privaten Kunden verpflichtet, etwa wenn in den Haushalten eine Wärmepumpe oder eine größere Sonnenstromanlage angeschlossen wurde. Oder wenn der Haushalt mehr als 6000 kWh Strom jährlich verbraucht.

Sanktionen für langsame Netzbetreiber gefordert

"Das geht zu langsam und das geht auch viel zu lasch. Dass die Netzbetreiber, die immer noch nicht vorankommen, nicht auch einfach mal sanktioniert werden, das ist nicht in Ordnung", sagte Spieker. So sollten ihm zufolge bei einer künftigen Smart-Meter-Pflichtausrüstung zu langsame Netzbetreiber nach einem Jahr das Recht verlieren, in ihrem Netzgebiet die Zähler auszuwechseln.

Andere Unternehmen könnten dies dann übernehmen. Bis zum Jahresende 2025 hatte Eon nach eigenen Angaben hierzulande fast eine Million Geräte verbaut.

Eon: Kunden profitieren von Smart Metern

Spieker sieht viele Vorteile durch Smart Meter. "Dort, wo wir im Viertelstundenrhythmus unseren Kunden ihren Verbrauch nennen können, können wir ihnen ganz andere Lösungen anbieten." So gebe es in Großbritannien einen bestimmten Tarif, bei dem der Strom am späten Nachmittag mehr und sonst weniger koste. Die Kundinnen und Kunden hätten sich darauf eingestellt und sparten jetzt pro Monat im Schnitt fünf bis zehn Euro. "Das ist für viele Kunden megarelevant. Und das bringt die Leute dazu, ihren Verbrauch sinnvoll zu verschieben."

Als anderes Beispiel nannte Spieker flexible Ladetarife für Elektroautos. "Wir können auch Optimierung anbieten, wenn ein Haushalt eine Photovoltaik-Anlage hat." Wenn ein Energiespeicher vorhanden sei, könne man darlegen, was die Kunden damit alles machen könnten. 

Spieker verantwortet im Eon-Vorstand sowohl das Geschäft mit Privat- als auch mit größeren Kunden. In diesem bündelt Eon Großprojekte mit der Industrie und Kommunen wie etwa die Entwicklung von Wärmenetzen. 

Zwar gibt es in Deutschland keine Umrüstpflicht für alle Kunden. Seit Anfang 2025 hat aber jeder Haushalt das Recht, einen Smart Meter zu beantragen. Der jeweils lokal zuständige Netzbetreiber hat dann vier Monate Zeit, diesen einzubauen. Die Kosten bei einem freiwilligen Einbau tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher. Bei Mietobjekten muss der Vermieter zuvor um Erlaubnis gefragt werden.

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