Gasnetz Hamburg hat in einer ersten Pilotphase an 34 Schulen sowie an mehreren Standorten der Hamburg Port Authority die Technik erfolgreich erprobt.

Gasnetz Hamburg hat in einer ersten Pilotphase an 34 Schulen sowie an mehreren Standorten der Hamburg Port Authority die Technik erfolgreich erprobt.

Bild: © Gasnetz Hamburg

Gasnetz Hamburg weitet sein LoRaWAN-Projekt zur digitalen Echtzeiterfassung von Gasverbrauchsdaten aus. Nachdem nun Pilotphase 1 mit digitalisierten Gaszählern an 34 Schulen in Bergedorf, an Anlagen der Hamburg Port Authority (HPA) und an den Druckregelanlagen des Unternehmens erfolgreich abgeschlossen ist, kommen weitere Schulen und Unternehmen ans digitale Netz. Im gemeinsamen Energiemanagement-Portal von Gasnetz Hamburg und Stromnetz Hamburg erhalten die Nutzer eine visualisierte Darstellung ihrer Energieverbräuche. So lässt sich der Betrieb von Heizungsanlagen optimieren und der Energieverbrauch senken. Jetzt beginnt das Unternehmen, bis zu 2000 der digitalen Geräte in der gesamten Stadt zu montieren, heißt es in einer Mitteilung für die Presse.

Gasnetz Hamburg hat die Technik in einer ersten Pilotphase an 34 Schulen von SBH Schulbau Hamburg in Bergedorf sowie an mehreren Standorten der HPA erfolgreich erprobt. Hinzu kam die Digitalisierung an rund 150 eigenen Standorten, darunter Liegenschaften, Druckregelanlagen und anderen Betriebsstätten. Michael Dammann, technischer Geschäftsführer bei Gasnetz Hamburg, spricht von durchweg positiven Erfahrungen. Nun sollen die digitalen Module an den Zählern noch breiter eingesetzt werden, um sie im Anschluss an die zweite Pilotphase möglichst vielen Kunden bereitstellen zu können. „Denn die genauen Daten helfen, den Energieverbrauch zu senken und damit das Klima zu schützen.“

Verbrauchsdaten digital verwalten

In der jetzt startenden Phase des Projekts will Gasnetz Hamburg bis zu 2000 Gaszähler über LoRaWAN mit dem Energiemanagement-Portal verbinden. Das städtische Unternehmen SBH Schulbau Hamburg erhält an insgesamt 740 Gaszählern die Datenschnittstellen und wird dann die Verbrauchsdaten seines gesamten Gebäudebestands im Energiemanagement-Portal digital verwalten können. Die HPA erhält ebenfalls weitere digitale Module an ihren Zählern. Dort senden dann 36 Gasanlagen aus der Anlage zur Trennung von Hafensedimenten (METHA), von den Landungsbrücken-Pontons oder aus Betriebsgebäuden an Brücken, Schleusen und der Hafenbahn. Tobias Heilmann, Energiemanagementbeauftragter der HPA, geht bereits jetzt davon aus, dass die Daten eine zuverlässige Grundlage liefern, um Lastspitzen in den Gasanlagen zu erkennen und die Steuerung energieeffizient zu optimieren.

Bei Gasnetz Hamburg selbst melden künftig 327 Gasdruckregelanlagen im ganzen Stadtgebiet ihren Eigenverbrauch in Echtzeit. Auch an den Betriebsgebäuden in der Schnackenburgallee und in Tiefstack arbeiten in Zukunft ausschließlich digitalisierte Zähler. Das Unternehmen montiert dazu auf die bestehenden Zähler einfach digitale Module, die Impulse des Gaszählers auswerten und an das Energiemanagement-Portal als Energieverbräuche übertragen.

Hohe Sicherheit, geringer Stromverbrauch

Die Echtzeitdaten der Gaszähler überträgt ein Digitaladapter verschlüsselt über das LoRaWAN-Datenfunknetz von Stromnetz Hamburg. Der Standard „Long Range Wide Area Network“ setzt sich bei solchen Anwendungen immer mehr durch, weil er im Gegensatz zu anderen Datenfunktechnologien mit deutlich besserer Abdeckung auch Kellerräume erreicht. Zudem bietet er eine sichere, verschlüsselte Übertragung der Daten und benötigt sehr wenig Betriebsstrom. Die batteriebetriebenen Digitaladapter an den Zählern arbeiten rund zehn Jahre ohne Aufladen oder Batteriewechsel.

Nach dem Auswerten der Erfahrungen aus der jetzt beginnenden zweiten Pilotphase will Gasnetz Hamburg die Digitalisierung der Zähler auch für geschäftliche Kunden anbieten. Denn vor allem Unternehmen der Wohnungswirtschaft sowie Industriebetriebe könnten erheblich von den detaillierten Daten im Energiemanagement-Portal profitieren, ist man bei dem Unternehmen überzeugt. Bei der Installation der Adaptermodule bremst derzeit allerdings die Coronakrise: Weil die Geräte mit Microchips ausgestattet sind, bestehen Lieferkettenengpässe. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper