Insgesamt zählt Frankfurt mehr als 60 unternehmensunabhängige Rechenzentren von mehr als 30 Betreibern, weitere sind in Planung oder werden derzeit gebaut.

Insgesamt zählt Frankfurt mehr als 60 unternehmensunabhängige Rechenzentren von mehr als 30 Betreibern, weitere sind in Planung oder werden derzeit gebaut.

Bild: © Shuo/AdobeStock

Die Stadtverordnetenversammlung Hanau hat Plänen zugestimmt, ein Rechenzentrum mit einer Größe von rund 50 Fußballfeldern zu bauen. Wie aus einem Bericht der "Hessenschau" hervorgeht, soll dazu die ehemalige Großauheim-Kaserne zu einem Gewerbegebiet umgewandelt werden.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprach von einer "Entscheidung von hoher Bedeutung". Ziel sei es, den Wohlstand der Stadt durch geschäftliche Diversifizierung zu erhalten. Ein privater Investor hatte die Pläne angestoßen, der Magistrat stimmten dem Entwurf des Bebauungsplans bereits Anfang Mai zu.

Privater Investor

Vorangegangen waren schwere Verhandlungen mit dem Investor "P3 Hanau", einer privaten, Projektgesellschaft, wie die Stadt schreibt. Kaminsky ergänzte, der Antrag allein habe einen Umfang von 5011 Seiten gehabt. In den Verhandlungen sei es vor allem um die Stromversorgung, die "Beanspruchung von Ressourcen wie Fläche und Trinkwasser sowie die Emissionen" gegangen, wie die "Hessenschau" erläutert.

Das Rechenzentrum könnte demnach einen Energiebedarf von circa 180 Megawatt haben - etwa die doppelte Jahresleistung der Stadt Hanau. Deswegen sollen auch Blockheizkraftwerke, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage und Umspannwerke gebaut werden.

80 Prozent erneuerbare Energien

Es werde vertraglich vereinbart, dass der genutzte Stromanteil bei Inbetriebnahme des Rechenzentrums zu 80 Prozent und nach fünf Jahren zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen muss. Die Stadt Hanau erhofft sich "attraktive Unternehmensansiedlungen aus der IT-Branche" und ein steigendes Gewerbesteueraufkommen, heißt es weiter.

Auf Arbeitsebene seien erste Kontakte mit Frankfurt, Offenbach, dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main geknüpft worden. Weitere Details zu den veranschlagten Kosten und dem Zeitplan der Bebauung wurden noch nicht bekannt.

Boomende Rechenzentren

Die Rhein-Main-Region ist in Sachen Rechenzentren Vorreiter. Allein Frankfurt zählt insgesamt mehr als 60 unternehmensunabhängige Rechenzentren von mehr als 30 Betreibern, weitere sind in Planung oder werden derzeit gebaut, heißt es weiter.

Auch die benachbarte Stadt Offenbach betreibt fünf Rechenzentren, drei weitere sollen gebaut werden - darunter das größte seiner Art in Deutschland. Auch kommunale Versorger wie die Mainova und die Energieversorgung Offenbach sind am Geschäft mit den Rechenzentren beteiligt. (jk)

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