Etwa 1600 Funkantennen werden laut der Versorger-Allianz 450 benötigt, um ein bundesweit verfügbares 450-MHz-Funknetz zu etablieren.

Etwa 1600 Funkantennen werden laut der Versorger-Allianz 450 benötigt, um ein bundesweit verfügbares 450-MHz-Funknetz zu etablieren.

Bild: © Zakhar Marunov/AdobeStock

Für die Versorger-Allianz erfüllt sich mit der N-Ergie Netz als Unterstützer nach eigenen Angaben ein langgehegter Wunsch: Schließlich gilt die Nürnberger N-Ergie als einer der zehn größten Stromanbieter Deutschlands. Außerdem treibe damit der letzte der drei Eigentümer des Europäischen Funk Rundsteuerungsunternehmens EFR GmbH jetzt die Idee eines bundesweiten und schwarzfallfesten Branchennetzes auf der 450-MHz-Frequenz gemeinsam mit der Versorger-Allianz 450 voran, verdeutlicht Theo Waerder, Vorstandsvoristzender der Initiative und Geschäftsführer von Bonn Netz.

Die weiteren Mitinhaber der EFR, EnBW und Bayernwerk, sind seit geraumer Zeit aktiv bei der Versorger-Allianz und direkt oder im Falle der EnBW über ihr Tochterunternehmen NetzeBW, beteiligt. Mit der EFR biete sich Waerder zufolge auch ein kompetenter Partner für die Funktechnik an. So könnten eventuell zusätzliche Sicherheitsbarrieren und Codierungen mit der Langwellentechnik übertragen werden. Auch wäre die Übertragung der Netz- und/oder Betriebstechnik denkbar.

Impulse aus Nürnberg erwartet

Mit rund 2600 Mitarbeitern und mehr als 2,9 Mrd. Euro Konzernumsatz versorgt die N-Ergie  große Teile Mittelfrankens sowie angrenzende Gebiete mit Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Energiedienstleistungen. Eigentümer sind die Städtischen Werke Nürnberg mit 60,2 Prozent und die Thüga mit 39,8 Prozent. Über eine Überkreuzbeteiligung hält die N-Ergie selbst aber wieder einen Anteil von über 20 Prozent an der Thüga Holding und bestimmt damit auch wieder maßgeblich die erfolgreiche Entwicklung der Thüga-Gruppe mit.

"Es ist natürlich unser Ziel, hier eine langfristige und zukunftsfähige Partnerschaft zu begründen und gemeinsam die Energie-, Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen bundesweit über ein flächendeckendes und schwarzfallfestes Branchennetz mit 450 MHz Funkleistungen zu versorgen. Ich erwarte von der Unterstützung der N-Ergie relevante und innovative Impulse, Unterstützung bei der politischen Meinungsbildung, erfolgreiche Unterstützung in der Lobbyarbeit und weitere Gewinnung von Unterstützern, um gemeinsam mit den anderen weit über 180 Unterstützern der Versorger-Allianz 450, die 450-MHz-Frequenz für unser Branche zu gewinnen", so Waerder.

Schlüsseltechnologie für die Herausforderungen der Energiewende

Der Vorstandsvorsitzende der Versorger-Allianz, sieht in der 450-MHz-Frequenz eine Schlüsseltechnologie, die die Energiewirtschaft brauche, um die aktuellen Herausforderungen von Energiewende und Klimawandel zu meistern. Die derzeitige Corona-Pandemie zeige der Branche bisher unbekannte Grenzen auf und fordert neue Ansätze zur Steuerung und Sicherstellung unserer Versorgungssysteme. "Bei der anstehenden Frequenzvergabe durch die Bundesregierung, jetzt möglicherweise Entscheidungen gegen die Energie- und Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen zu treffen, impliziert Risiken in die zukünftige Versorgung Deutschlands, die meines Erachtens niemand verantworten kann. Dies auch deshalb, da unsere Systeme für den jetzt dringend notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung, unabdingbare und systemrelevante Voraussetzungen sind", verdeutlicht Waerder.

Wird Bayern das Zünglein an der Waage?

Auch in diesem Zusammenhang sei die Unterstützung der N-Ergie besonders zu werten. Zum Einen sitze das Unternehmen in Bayern, dessen Wirtschaftskraft und -produktion sehr entscheidend für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland ist. Zum Anderen kommt Bundesinnenminister Horst Seehofer aus Bayern, der sich vehement gegen eine Vergabe an die Branche ausspricht. "Auch im Hinblick auf die Ambitionen von Markus Söder als Kanzlerkandidat und Vorreiter der Länder kommt Bayern eine Schlüsselrolle zu. Das bayerische Wirtschaftsministerium hat sich ja schon eindeutig und klar positioniert und der VA 450 hierzu schon persönlich und schriftlich die Unterstützung zugesagt", verrät Waerder. 

Mit Andreas Scheuer, dessen Ministerium die Frequenzvergabe durchführt, sei ein weiterer Bayer sehr maßgeblich im Verfahren beteiligt. Ebenfalls komme auch die Staatsministerin und Bundesbeauftragte für Digitalisierung Dorothee Bär aus Bayern. Da sei es vielleicht hilfreich, dass alle deren Heimatversorger wie Stadtwerke Ingolstadt, N-Ergie, Stadtwerke Passau und Stadtwerke Hof die Initiative der Versorger-Allianz 450 unterstützen, erläutert Waerder.

Daten Versorger-Allianz

Insgesamt kommt die Versorger-Allianz inzwischen auf mehr als 180 Unterstzütungsunternehmen und auf eine Flächenabdeckung von mehr als einem Drittel der gesamtdeutschen Fläche sowie auf die Versorgung von mehr als der Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung mit Energie und/oder Wasser bzw. Abwasser.

Das Modell der VA 450 eröffnet  jedem Unterstützer eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung und damit eine Mitwirkung an den Entscheidungsprozessen und der Ausrichtung des Unternehmens und der Bewirtschaftung der Frequenz. Dies gelte auch für eine angemessene Umsatzrendite des eingebrachten Kapitals. (sg)

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