Auf einer Fläche von über 121 Quadratkilometern werden künftig Wärmemengenzähler und Sensorik zur Detektion von Leckagen im Fernwärmenetz ausgebracht. Ziel ist eine effizientere und damit kostensparendere Auslesung der relevanten Daten.
Schlüssel zum Erfolg: Wenn Stadtwerk und Kommune an einem Strang ziehen
„Es läuft bei umfangreichen IoT-Themen einfach immer schneller, effizienter und deutlich geschmeidiger, wenn der regionale Energieversorger mit der Kommune von Anfang an gemeinsam an einem Strang zieht und beide frühzeitig aufeinander zugehen. So können auch wir als Partner unnötige Reibungsverluste vermeiden“, berichtet Urs Wehmhörner, Bereichsleiter Produktmanagement und Innovationen bei TSG. Er kennt das Problem aus vielen Kundenprojekten.
Klare Zielsetzung in Pforzheim
Im Falle Pforzheim war die Zusammenarbeit von Anfang an von einem klaren gemeinsamen Ziel geprägt: Wie kann durch ein smartes IoT-Netz und Sensoren im Fernwärmenetz mehr Effizienz erzeugt werden?
„Technologie war für uns kein Selbstzweck. Unsere Vision ist eine Anwendung, die durch die Automatisierung Kapazitäten einspart, die wir anderweitig besser einsetzen können. Zudem profitieren wir natürlich von entsprechenden Kosteneffekten durch die Digitalisierung“, erklärt Aik Wirsbinna, Prokurist und Bereichsleiter Vertrieb und Kundenservices der SWP.
Abdeckung der Stadt und großen Teilen des Umlands
Das Gesamtprojekt erstreckt sich über eine Fläche von über 121 Quadratkilometern – sowohl innerhalb des Stadtgebietes als auch in großen Teilen des Umlandes. Hier wurde in Zusammenarbeit mit TSG bereits vor zwei Jahren die nötige Infrastruktur ausgerollt, über die die ersten Anwendungsfälle erdacht und verprobt wurden.
Mittlerweile wurden mithilfe der installierten LoRa-Gateways verschiedenste Use-Cases der Stadtwerke und der Stadt Pforzheim realisiert. So wird beispielsweise das Grünflächen- und Tiefbauamt mit genaueren Angaben zur Bodenfeuchtigkeit im Stadtgebiet unterstützt. Außerdem werden stadtwerksnahe Anwendungsfälle in die Tat umgesetzt, wie zum Beispiel das frühzeitige Erkennen eines Lecks im Fernwärmenetz.
Ziel: Vollständige Digitalisierung des Fernwärmenetzes
Für 2023 ist weiterhin der Start des Austausches der Wärmemengenzähler sowie die Anbindung an das Kundensystem geplant. Damit gehen die SWP mit Unterstützung von TSG immer weiter in Richtung einer vollständigen Digitalisierung des Fernwärmenetzes. Gerade auch bei den umfangreichen planerischen sowie baulichen Herausforderungen bei Projekten dieser Art helfe der Schulterschluss mit der Kommune enorm.
„Die Digitalisierungsoffensive der SWP eröffnet uns als Stadt Pforzheim neue Möglichkeiten und ebnet den Weg zum Zielbild Smart City. Gemeinsam mit den SWP und auch der Hochschule haben wir bereits erste erfolgreiche Pilotprojekte umsetzen können und erarbeiten weitere Anwendungsmöglichkeiten für eine noch lebenswertere Stadt der Zukunft“, fasst Kevin Lindauer, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Pforzheim die Zusammenarbeit zusammen.
Die Besonderheit des Projekts – Smarte Kommune
Die LoRa-Daten des Fernwärmenetzes werden zur Netzüberwachung visualisiert. In einem weiteren Schritt ist das Monitoring des Netzes über ein spezielles Front-End geplant. Die Digitalisierung des Fernwärmenetzes führt in Pforzheim zu einer erheblichen Kosteneinsparung. Zusammen mit den anderen realisierten Anwendungsfällen sollen eine Vielzahl von Vorteilen entstehen.
Und was in Pforzheim funktioniert, funktioniert auch in den Nachbargemeinden: Daher kamen laut dem Kommunalversorger bereits umliegende Stadtwerke auf die SWP bzgl. einer Anbindung zu. (sg)
