Bis 2028 soll der Vorsteuergewinn des Unternehmens auf etwa 120 Millionen Euro wachsen.

Bis 2028 soll der Vorsteuergewinn des Unternehmens auf etwa 120 Millionen Euro wachsen.

Bild: © fotograf-halle.com/AdobeStock

Bei C/Sells ist der Name Programm: Der Zellgedanke ist allgegenwärtig. Kernbaustein auf Netzebene ist die Abstimmungskaskade. Mit ihr können die Netze über alle Spannungsebenen hinweg rasch und weitgehend automatisiert kommunizieren. Erkannte oder prognostizierte kritische Netzzustände können automatisiert sowohl innerhalb der Zelle, als auch im Zellverbund behoben werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der kontinuierliche Austausch von Informationen zum Netzzustand zwischen den Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, verdeutlicht Albrecht Reuter von Fichtner Consulting und Gesamtprojektleiter von C/Sells – eines von fünf vom Bund geförderten SINTEG(Schaufenster  intelligente Energie)-Projekten.

Kein Wunder also, dass Reuter das Infrastruktur Informationssystem (IIS) als Herzstück des Projekts bezeichnet. Hier laufen alle Fäden zusammen. Das System stellt den Markt- und Netzakteuren Informations- und Zugriffsdienste mit den dazu erforderlichen Instrumenten, um die Optimierung sowohl auf Zellebene, als auch im Zellverbund zu ermöglichen und einen Marktzugang für Flexibilitäten zu schaffen. Das IIS besteht aus Komponenten der Sensorik, der Aktorik, des Kommunikationssystem und gemeinsamer Basisdienste.

Aktueller Stand

Insgesamt arbeiten 36 Einzelprojekte in C/Sells partizipativ zusammen. Davon befinden sich fünf Projekte weitgehend ind er konkreten Umsetzungsphase, erläutert Reuter. In zehn weiteren Projekten ist die Vorbereitungs-, Planungs- und Konzeptionsarbeit so weit vorangeschritten, dass die Implementierung unmittelbar bevorsteht. Neben den Demonstrationsprojekten gebe es noch zehn sogenannte Partzipationszellen. Dort finden umfangreiche Beteiligungsmaßnahmen statt, die ein generelles Bewusstsein für Themen zur Energiewende und deren gesellschaftlicher Akzeptanz fördern sollen. In allen zehn Orten sind diese Maßnahmen bereits gestartet.

Daneben bietet das SINTEG-Projekt, das die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Hessen mit dem Masterclub eine aktive Förderplattform für neue Ideen und Kreativköpfe, die im Rahmen von Start-ups oder auch innerhalb der Unternehmen verfolgt und umgesetzt werden können. Ein kürzlich initiiertes Blockchain-Meetup gibt es inzwischen auch. Es sei der Startpunkt für eine strukturierte und kontinuierliche Zusammenarbeit der vielfältigen Projektpartner gewesen, sagt Reuter.

Netzbetreiber als Vermittler im Markt

Eine Schlüsselrolle beim Thema Netze spielt der kontinuierliche Austausch von Informationen zum Netzzustand zwischen den Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern. Dazu hat man eine Bewertungslogik des Netzzustands in Form einer Ampel eingeführt: Ist sie grün, gibt es keine kritischen Netzzustände, schaltet sie auf gelb, ist der Zustand eines Netzsegments, etwa durch einen potenziellen oder tatsächlichen Engpass, gefährdet. In dieser sogenannten Marktpartizipationsphase können Zellakteure den Netzbetreibern Flexibilitäten als Alternative anbieten.

Bei Rot ist die Systemstabilität und damit die Versorgungssicherheit unmittelbar gefährdet. Dann dürfen die Netzbetreiber Anlagen direkt regeln. C/Sells erfolgt hier eine automatisierte, einheitliche Abwicklung von Maßnahmen. Sie soll die Dauer von roten Phasen minimieren. Die Netzbetreiber übernehmen zudem die Rolle des Market Facilitators, also des Vermittlers.

Fazit

Und das bisherige Fazit zum Projekt? "Wir haben in nur einem Jahr Laufzeit eine C/Sells-Community geschaffen, die einen vielfältigen Kreativraum mit Experten aus den unterschiedlichsten Sparten darstellt", sagt Reuter. "Die Kollegen haben die neue Ära eines geteilten Schicksals im Eco-System angenommen und verstehen den wichtigen Beitrag, den jeder Einzelne für die Energieinfrastruktur leisten kann."

Das ist C/Sells: Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wollen das erste überregional einsatzfähige Smart Grid in Deutschland werden. Das "C" in C/Sells steht dabei für ein System, in dem autonom handelnde Zellen ("cells") abgestimmt im regionalen Netz interagieren. Die Silbe "sells" gibt den Markt wieder, dessen Akteure neue wirtschaftlichen Chancen über virtuelle Plattformen geboten werden. 63 Partner arbeiten hier zusammen, darunter auch die Stadtwerke aus Wolfenhagen und Augsburg sowie MVV Energie. Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 50 Mio. Euro. Von privatwirtschaftlicher Seite kommt in etwa noch einmal derselbe Betrag dazu. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper