Bislang finden smartphone- oder sprachgesteuerte Beleuchtung, Heizung, Jalousien, Alarmanlagen und Küchengeräte wenig Anklang bei den Kunden. Neun Prozent der deutschen Haushalte haben zumindest automatisch gesteuertes Licht. Schlaue Heizungen besitzen sechs Prozent, für alle anderen genannten Anwendungen haben nicht einmal fünf Prozent Geld ausgegeben. Das ergibt die repräsentative Studie "Wohnen und Leben 2018" der Creditplus Bank AG.
Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass man die intelligente Technik gerne verwenden möchte. Allerdings mangle es in ihren Augen an der Finanzierbarkeit. Die Geräte gelten demnach als zu teuer im Verhältnis zu dem Mehrwert, den sie bieten.
Smart TV ist beliebt
Anders sei es bei der Unterhaltungselektronik: Smart-TVs sind in 39 Prozent aller Haushalte. Hinzu kommen Geräte, die mit einer externen Set-Top-Box von Apple, Amazon, Sky oder einem anderen Anbieter intelligent gemacht wurden. 2017 wurden mehr als fünf Millionen solcher Geräte verkauft. Die Geräte sind so günstig geworden, dass kaum Mehrkosten entstehen: Smarte Fernseher sind ab 200 Euro, Set-Top-Techniken ab 40 Euro zu haben.
Einen Schub hatte sich die Branche von intelligenten Lautsprechern mit Spracherkennung wie Amazon Echo, Google Home oder Apples Home-Pod erwartet. Allerdings stehen diese Geräte erst in acht Prozent der deutschen Haushalte zur Verfügung. Das weitere Interesse sei noch deutlich geringer als bei intelligenter Licht- oder Wärmesteuerung.
Wenig Bedarf an Alexa und Co.
57 Prozent der Befragten sagten eindeutig, dass sie keinen Bedarf an intelligenten Lautsprechern mit Spracherkennung haben. Im Vergleich zum Vorjahr sei diese strikte Ablehnung sogar um neun Prozentpunkte gestiegen. Dennoch glaubt der Vorstandsvorsitzende Belgin Rudack nicht, dass smarte Technik ein Nischenprodukt sei. "Ihre Zeit wird kommen", so Rudack.
Ihm zufolge wünschen sich über 20 Prozent aller Befragten unter 50 Jahren die kluge Lichtsteuerung und würden dafür sogar einen Kredit aufnehmen. In der Generation 50 plus seien es nicht einmal zehn Prozent. Bei anderen Innovationen für das Smart Home sei es ähnlich. "Man kann daher davon ausgehen, dass die vernetzten Geräte ihren Durchbruch noch erzielen werden, sobald sie erstens günstiger sind und zweitens die Interessenten nach und nach in die Position kommen, ein Heim neu mit Technik auszustatten", bilanziert Rudack. (sg)



