Stellen Sie sich vor, die Dienstleistungen Ihrer Stadt wie Carsharing, ÖPNV, Parken oder Events und Event-Termine brauchen nur noch eine einmalige Registrierung und schon können Sie all diese Angebote ohne weiteren Zusatzaufwand nutzen. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist es keineswegs: Bislang meldete man sich etwa in München in unterschiedlichen Apps wie "MVG more", "MVG Fahrinfo München" oder "HandyParken München" separat mit jeweils eigenem Login an. So ist es auch in anderen Städten. Bisher ist nach Recherchen der Stadtwerke München (SWM) die bayerische Hauptstadt die einzige in Europa, die Ihren Usern mit dem M-Login eine zentrale Plattform bietet, mit der sich die unterschiedlichen Apps und Services verwalten lassen, teilte das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mit.
Datenschutz und -sicherheit im Fokus
Dabei können die User selbst entscheiden, welchen Apps sie die Datenfreigabe erteilen und diese auch jederzeit wieder zurückziehen. Datenschutz und -sicherheit werden dabei laut SWM-Chef Florian Bieberbach groß geschrieben. Anders als Google, Facebook, Apple und Co. gehe es den Stadtwerken eben nicht darum, die Daten weiterzuverkaufen. "Wir erfüllen alle aktuellen Sicherheitsstandards und haben selbstverständlich auch die weiteren digitalen Entwicklungen im Blick, um diese Sicherheit auch in Zukunft sicherzustellen", so Bieberbach. Die Weitergabe von Daten an Dritte außerhalb der Partner des M-Login sei ausgeschlossen, bekräftigt er. Zu den omnipräsenten globalen Diensten wolle man ein starkes regionales und vor allem sicheres Gegengewicht schaffen.
Angebot wird sukzessive ausgeweitet
Mit dem Schlüssel zum digitalen München, dem M-Login, bieten die Münchner von 1. Juli an Zugang zu ausgewählten Angeboten rund um Freizeit und Mobilität. Die Zahl der Angebote soll schnell weiter wachsen. Los geht es mit Angeboten der Münchner Verkehrsbetriebe sowie des Stadtportals muenchen.de.
Ingo Wortmann, SWM-Geschäftsführer Mobilität, freut sich über die zentrale Rolle der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im M-Login. "Insgesamt mehr als 1,3 Millionen Menschen aus München und der Region nutzen unsere Digitalangebote – allein das Handyticket rund 580.000. Sie können in Zukunft viele zusätzliche Services ganz einfach und ohne weitere Registrierung nutzen", so Wortmann. Dabei sieht sich die MVG auch in Konkurrenz zu anderen Plattformen, die bundesweit Tickets für alle Städte bieten. Man wolle nicht zum "Subunternehmen" solcher Konkurrenz-Plattformen werden und die Kundenschnittstelle verlieren. Darüber hinaus feilen die Münchner derzeit gemeinsam mit anderen Verkehrsunternehmen an einer Lösung, wie beispielsweise Münchner Kunden in anderen deutschen Städten Tickets mit der heimatlichen App bezahlen können.
Bald hinzu kommen sollen Apps zu Kursangeboten der M-Bäder, der Telekommunikationstochter M-Net sowie Leistungen im Bereich Energie unter "Meine SWM". Mobilität habe aber erst einmal wesentlich mehr Relevanz bei den Kunden, so Bieberbach.
Private Unternehmen dürfen teilnehmen
In Vorbereitung ist auch die Einbeziehung weiterer Partner aus der regionalen Wirtschaft: Lieferdienst "get now", Carsharing-Anbieter Stattauto und das städtische Tourismusportal "Einfach München". Auch mit den städtischen Referaten sei man im Gespräch. Denkbar seien hier städtische Dienstleistungen, die keine Schriftform erfordern.
Parallel zum M-Login geht auch "mein.muenchen" am 1. Juli an den Start. Ein Angebot des offiziellen Münchner Stadtportals, das personalisierte Informationen und Vorschlägen zur Freizeitgestaltung unter dem M-Login bieten wird. Events lassen sich dort nach eigenen Vorlieben filtern und in eigene Merklisten organisieren. Ebenso können schnell Orte, wie etwa Gastro-Angebote in der Nähe, gefunden und als Favoriten gespeichert werden. Auch ein Ticket-Dienst für Veranstaltungen ist geplant. (sg)



