"Parkplatzsuchen führen zu erheblichem Suchverkehr – etwa 30 Prozent in unseren Innenstädten –, zu unnötigen Emissionen, Verkehrslärm und großem Zeitverlust für die Fahrer", sagt Cleverciti-CEO Thomas Hohenacker.

"Parkplatzsuchen führen zu erheblichem Suchverkehr – etwa 30 Prozent in unseren Innenstädten –, zu unnötigen Emissionen, Verkehrslärm und großem Zeitverlust für die Fahrer", sagt Cleverciti-CEO Thomas Hohenacker.

Bild: © Cleverciti

Herr Hohenacker, was macht das Parkplatz-Leitsystem von Cleverciti anders als das von anderen Anbietern?
Thomas Hohenacker: Bisherige Parkleitsysteme haben lediglich angezeigt, ob es freie Plätze in städtischen oder privaten Garagen gibt. Cleverciti stellt das erste Parkleitsystem zur Verfügung, das die Parkplätze im öffentlichen Bereich, also entlang der Straßen, an Park & Ride-Plätzen und anderen Parkplatzflächen anzeigt. Somit kann erstmals der Suchverkehr in den Städten vermieden und reduziert werden.

Die bisherige Suche, die ausschließlich auf dem Prinzip Glück basierte, wird nun durch zuverlässige Daten in Echtzeit erheblich verkürzt und erlaubt es dem Fahrer, intelligente Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet zum Beispiel, in eine Straße nicht hinein zu fahren, weil am Anfang der Straße angezeigt wird, dass dort keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Es geht darum, dem Fahrer jederzeit ein Gesamtbild der zur Verfügung stehenden Parkplätze zu geben und unnötiges Herumfahren und zeitaufwändige Suche insbesondere in der Innenstadt zu vermeiden.

Die Suche nach einem Parkplatz – insbesondere in unseren Innenstädten – ist die letzte Domäne, in der dem Fahrer noch keine zuverlässigen Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dies führt zu erheblichem Suchverkehr – etwa 30 Prozent in unseren Innenstädten –, zu unnötigen Emissionen, Verkehrslärm und großem Zeitverlust für die Fahrer. Es geht also darum, die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern, sowohl für die Anwohner als auch für die Nutzer der Infrastruktur. Insbesondere soll auch der Einzelhandel in den Innenstädten durch den besseren Service und die Orientierung der Fahrer profitieren.

Wie funktioniert das System denn überhaupt?
Die Cleverciti-Sensorik ermittelt über KI und ein extrem leistungsfähiges, sogenanntes ‚edge computing‘ im Sensor freie und belegte Parkflächen in Echtzeit – selbstverständlich bei voller Einhaltung aller Datenschutzregelungen im öffentlichen Raum. Die Sensoren übermitteln jeweils vier GPS-Koordinaten einer freien oder belegten Fläche. In Köln-Nippes, wie in vielen modernen Städten, sind die Parkplätze nicht eingezeichnet, sondern frei fließend, sodass die Analyse der verbleibenden Größe eines Parkplatzes über die GPS-Koordinaten wichtig ist.  

Hier bietet Cleverciti entscheidende Vorteile – beispielsweise gegenüber Bodensensoren, bei denen die Parkplätze eingezeichnet sein müssen. Die Anzahl der freien und belegten Plätze wird dann an die sogenannten Circ360-Anzeigen weitergeleitet. Diese befinden sich an den Kreuzungen, an denen sich der Fahrer für eine bestimmte Richtung entscheiden muss, und zeigen den Belegtstatus in allen Richtungen an. Mit unserem lokalen Parkleitsystem kann also sichergestellt werden, dass 100 Prozent der Fahrer in den Genuss der Information kommen und damit der Parksuchverkehr maximal reduziert wird.

Des Weiteren werden die Daten zu freien und belegten Parkplätzen auch in Kürze über eine eigene App der Rheinenergie und Cleverciti zur Verfügung gestellt. In dieser kann der Fahrer seine Zieladresse oder so genannte Hotspots eingeben. Etwa Läden, Kinos, öffentliche Einrichtungen und wird dann zum nächstgelegen freien Parkplatz navigiert.

Wie kam der Kontakt zu Rheinenergie zustande?
Wir haben vor drei Jahren ein erstes Pilotprojekt mit der Rheinenergie in Köln-Nippes realisiert. Basierend auf der erfolgreichen Umsetzung hat die Rheinenergie dann die Pläne für das Gesamtgebiet Köln-Nippes erweitert und ausgeschrieben. Nachdem in den zukünftigen Smart Cities insbesondere die Laternenmasten zu den strategischen Punkten gehören werden, um intelligente Daten bereitzustellen, sind die Energieversorger wie die Rheinenergie, die die Eigentümer dieser Infrastruktur sind, wichtige strategische Partner für Cleverciti.

Was braucht man als Bürger, um Ihr Parkplatzleitsystem nutzen zu können?
Hier ist entscheidend, dass wir über das Circ360-Parkleitsystem die Daten allen Bürgern nahtlos zur Verfügung stellen können. Unser Parkleitsystem nutzt existierende Infrastruktur und ist deshalb kosteneffizient zu installieren. Es ist aus allen Richtungen sichtbar und integriert sich nahtlos in das Stadtbild. Zusätzlich wird über eine App der Rheinenergie, die von uns entwickelt wurde, auch die digitale Navigation für die Fahrer komfortabel zur Verfügung gestellt. Unnötiges, blindes Herumsuchen, was zu großer Verkehrsbelastung führt, ist nicht mehr nötig. Wenn der Fahrer sieht, dass die Innenstadt zum Beispiel komplett belegt ist, kann er auch frühzeitig eine Entscheidung treffen: das letzte Stück zu Fuß zu gehen, eine Garage anzusteuern oder auch ein öffentliches Verkehrsmittel zu nehmen.
 
Worauf sind Sie bei Ihrer Lösung besonders stolz?
Die Gesamtlösung, also von der intelligenten, höchst zuverlässigen und präzisen Sensorik bis hin zur Verfügungstellung der Daten an alle Fahrer über ein innovatives Display und Parkleitsystem, ist entscheidend, um den größtmöglichen Effekt für die Lebensqualität in der Stadt zu erzielen. Wir wollen dazu beitragen, Emissionen und Verkehr zu reduzieren und dem Fahrer unnötiges Herumfahren zu ersparen.

Die Fragen stellte Stephanie Gust.

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