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Bild: © ZinetroN/AdobeStock

Die Top-Ten des Smart-City-Rankings 2024

Das Beratungsunternehmen Haselhorst Associates Consulting listet seit 2018 alljährlich die größten Städte Deutschlands ab 30.000 Einwohnern auf der Grundlage ihrer Entwicklung in verschiedenen städtischen Handlungsfeldern. Demnach verteidigt München die Spitzenposition im Ranking und erzielt als erste Stadt überhaupt einen Smart-City-Entwicklungsgrad von 50 Prozent. Neben der bayrischen Landeshauptstadt punkten in diesem Jahr auch kleinere Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern.

Entwicklung von 2018 bis 2024Bild: © Haselhorst Associates Consulting

Weiterentwicklung setzt strategisches Handeln voraus

Die Entwicklung der Städte über die vergangenen Jahre hinweg macht deutlich, wie wichtig das strategische Handeln der städtischen Akteure ist. Inzwischen ist es das siebte Smart-City- Ranking, das Haselhorst Associates Consulting veröffentlicht. Jede Stadt sieht sich mit individuellen Herausforderungen konfrontiert. Finden städtische Akteure darauf passgenaue Antworten im Rahmen ihres urbanen Transformationsprozesses, entwickeln sie sich stetig weiter.

Demnach ist es nicht nur München gelungen, den ersten Platz seit dem vergangenen Jahr zu verteidigen. Auch in Mittelstädten wie Bamberg und Konstanz wird ein strategisch fundiertes als auch umsetzungsorientiertes Handeln der städtischen Akteure sichtbar. Entsprechend landen beide Städte unter den Top 10 der deutschlandweit insgesamt 413 gelisteten Städte.

Mittelstädte sind im Kommen

Generell zeigt das diesjährige Ranking, dass vor allem Mittelstädte, insbesondere kleine Mittelstädte, im Durchschnitt die größten Verbesserungen zum Vorjahr vorweisen: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen kleine Mittelstädte, also Städte mit 30.000 bis 50.000 Einwohnern, eine durchschnittliche prozentuale Steigerung des Smart-City- Entwicklungsgrads von 18,9 Prozent. Damit liegen sie leicht vor den größeren Mittelstädten (50.000 bis 100.000 Einwohner) mit 14,7 Prozent und deutlich vor den Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) mit 8 Prozent.

Konkret staffeln sich die weiteren Top-10-Städte wie folgt: Auf den Rängen zwei und drei landen Hamburg und Köln mit 48,1 Prozent und 46,4 Prozent. Auf dem vierten Rang rangiert Berlin mit 45,8 Prozent. Es folgen auf den Plätzen fünf und sechs Heidelberg (45,3 Prozent) und Darmstadt (44,5 Prozent) sowie Bamberg (44,3 Prozent) auf Rang sieben und Bochum (44,0 Prozent) auf Platz acht. Die Ränge neun und zehn belegen Konstanz (43,2 Prozent) und Mannheim (43,1 Prozent).

Die Emerging Cities 2024

Top 3 der Emerging Cities: Falkensee, Nienburg (Weser) und Schwabach

Neben der Platzierung der Städte im Gesamtranking ermittelt Haselhorst Associates Consulting auch die Kommunen, die sich innerhalb eines Jahres am stärksten beim Smart- City-Grad verbessert haben: die Emerging Cities. Besonders groß ist die Entwicklung bei der Stadt Falkensee in Brandenburg. Die rund 45.000 Einwohner große Stadt hat sich um zwölf Prozentpunkte verbessert, nämlich von 15,7 Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell 27,7 Prozent.

Besonders aufgefallen ist Falkensee durch den Einsatz innovativer KI-Technologien –darunter ein KI-basiertes System zur Erkennung von Ertrinkenden im neuen Hallenbad sowie der cityGPT-Assistent "Falko", einem digitalen Chatbot, der die Bürgerkommunikation unter anderem durch seine mehrsprachigen Auskünfte zu städtischen Verwaltungsfragen effizienter gestaltet. Auf dem zweiten Platz der Emerging Cities landet Nienburg (Weser) in Niedersachsen und auf dem dritten Rang Schwabach in Bayern.

Städtische Resilienz durch vorausschauendes Handeln sicherstellen

Für Lucia Wright, Director bei Haselhorst Associates Consulting und hier verantwortlich für den Bereich Urbane Transformation, zeigt das Ranking auch, wie entscheidend die individuelle Anpassungsfähigkeit der Städte ist. Allein in den vergangenen Jahren waren Städte sowohl mit übergreifenden Krisen – wie etwa der Corona-Pandemie – konfrontiert als auch mit individuellen Krisen im Zuge des Klimawandels. Dazu gehören beispielsweise Überflutungen, Sturmböen oder Hitzewellen.

Eine Smart City zeichnet sich angesichts dessen durch ein hohes Maß an Resilienz aus. Das bedeutet: Gerade in heutigen Zeiten ist es aus Sicht des Beraterteams wichtig, dass städtische Akteure vorausschauend und flexibel handeln. Gelingt ihnen das und werden die jeweiligen Fokusthemen, die sie sich vorgenommen haben, immer wieder auf den Prüfstand gestellt, spiegelt sich das in ihrer Platzierung im Ranking wider. Deutlich wird das auch mit Blick auf die drei Erstplatzierten. So waren München, Hamburg und Köln schon im Jahr 2023 auf dem Siegerpodest. Dass die drei Städte ihre Führung weiter behaupten, liegt daran, dass sie sich in allen Smart-City-Bereichen kontinuierlich weiterentwickeln und gute Lösungen für ihre individuellen Bedürfnisse finden.

Daten ganzheitlich nutzen und städtische Akteure einbinden

Wichtig für die Entwicklung ist zudem die Einbindung aller relevanten Akteure innerhalb einer Stadt – insbesondere mit Blick auf eine effiziente Datennutzung. Demnach stellt die gezielte Nutzung der vielerorts ohnehin bereits erhobenen Daten einen wichtigen Hebel für Städte dar, um sich resilienter und nachhaltiger aufzustellen. „Im Idealfall sind die Strukturen innerhalb der städtischen Einrichtungen, aber auch darüber hinaus, so aufgestellt, dass alle Daten, die einmal erhoben werden, auch von anderen Abteilungen genutzt werden können“, sagt Wright. Auf diese Weise können wichtige Ressourcen geschont werden.

Systematische Fortschrittsmessung als nächster Handlungsschritt

Seitdem die Transformation hin zu Smart Cities in sehr vielen Städten praktiziert werde, gewinne auch die Evaluierung eine zunehmende Bedeutung, so Wright. Das sei insbesondere dann der Fall, wenn verschiedenste Förderprogramme für Smart Cities allmählich auslaufen und sich städtische Akteure so die Frage stellen: Wo steht meine Stadt aktuell und wie soll es mit den städtischen Vorhaben weitergehen?

„Eine systematische Fortschrittsmessung ist sehr wichtig, denn nur so können städtische Akteure fundierte Entscheidungen treffen”, sagt Wright und ergänzt: “Die Ergebnisse aus dem Smart-City-Ranking bieten städtischen Akteuren dafür eine perfekte Grundlage. Anhand dieser können die individuellen Entwicklungen in den Städten über Jahre hinweg genau nachverfolgt werden, was wiederum die Basis für die Ausarbeitung neuer, innovativer Maßnahmen für die urbane Transformation bildet.” Die Studienergebnisse können auf der Website von Haselhorst Associates eingesehen werden. (sg)

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