Gas

5-Megawatt-Elektrolyse: Spatenstich im Reallabor H2-Wyhlen

Die zweite Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk Wyhlen soll Ende 2025 in die Produktion gehen.
12.06.2024

Bürgermeister Tobias Benz, Jörg Reichert (CEO Naturenergie), Reihaneh Zohourian (EnBW, Gesamtprojektleiterin), Wolfram Münch (EnBW, Leiter Forschung & Entwicklung), v. l.

Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Bauarbeiten für die zweite Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk in Wyhlen begonnen. Naturenergie und EnBW wollen die dortige Produktion grünen Wasserstoffs um fünf Megawatt erweitern. Das Reallabor von Naturenergie ist Teil der Forschungsarbeiten der EnBW zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Die neue Produktionsanlage entsteht im Rahmen des staatlich geförderten Energiewende-Projekts „Reallabor H2-Wyhlen“. Der Bund unterstützt diesen Neubau mit 7,5 Millionen Euro.

Bürgermeister Tobias Benz freut sich über das Engagement von Naturenergie. Das Reallabor H2-Wyhlen sei ein besonderes Aushängeschild für Grenzach-Wyhlen. Es biete vielfältige Anknüpfungspunkte. Für die Industriegemeinde sei die Produktion grünen Wasserstoffs von zentraler Bedeutung. Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Naturenergie, betonte die Pionierrolle seines Unternehmens sowie dessen starke Verwurzelung in der Region. Wolfram Münch, Leiter Forschung und Entwicklung bei EnBW, ordnete das Reallabor H2-Wyhlen in die Konzernstrategie ein: „Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften gestaltet die EnBW den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft aktiv mit. Konzernweit gibt es bereits eine Vielzahl an Wasserstoffprojekten, von der Logistik bis zur Produktion. Das Reallabor H2-Wyhlen leistet einen wichtigen Beitrag, um künftig auch größere Mengen Wasserstoff CO₂-frei erzeugen zu können.“

Pro Jahr 700 Tonnen Wasserstoff zusätzlich

Ende 2025 soll die neue Anlage in den Betrieb gehen – und dann bis zu 700 Tonnen Wasserstoff jährlich produzieren. Für die Elektrolyse verwendet sie Ökostrom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk. Damit ergänzt sie die seit 2018 bestehende erste Power-to-Gas-Anlage. Diese hat eine Leistung von einem Megawatt und ist nach einem längeren Stillstand nun wieder betriebsbereit.

Der Neubau der Wasserstoffanlage ist nicht das einzige Projekt am Standort. Naturenergie will das Kraftwerksareal zu einem Energie-Campus ausbauen. Im April erfolgte der Spatenstich für eine neue Heizzentrale. Im Herbst beginnt der Bau einer neuen Geländezufahrt. Außerdem soll in den kommenden Jahren ein neues Büro- und Werkstattgebäude entstehen. (amo)