Das andalusische Córdoba ist aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung besonders gut als Standort für die PV-Anlagen geeignet.

Das andalusische Córdoba ist aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung besonders gut als Standort für die PV-Anlagen geeignet.

Bild: © Viridi GmbH

Baden-Württemberg beteiligt sich nach Angaben des Verkehrsministeriums an der Interessensbekundung "SolarHy Córdoba". Er sehe darin eine große Chance für die laufenden Aktivitäten zu alternativen Kraftstoffen, erklärt Verkehrsminister Winfried Hermann. „Bei diesem geplanten Projekt mit einem Umfang von 150 Mio. Euro sollen in Córdoba ab 2024 grüner Strom und Wasserstoff mit Photovoltaik erzeugt werden. Der grüne Wasserstoff ist ein wichtiger Beitrag für unser Vorhaben, eine Raffinerie der Zukunft bei der Mineralölraffinerie in Karlsruhe zu etablieren“, erläutert der Grünen-Politiker in einer Mitteilung seines Hauses. Der entsprechende Antrag sei am 19. Februar 2021 beim Bundeswirtschaftsministerium für den Bereich „Wasserstofftechnologien und -systeme“ eingereicht worden.

Darüber hinaus sollen laut der Mitteilung verschiedene innovative und klimafreundliche Transportoptionen erprobt und verglichen werden, um den Wasserstoff – wenn möglich auf der Schiene – nach Deutschland zu transportieren.

Förderung als IPCEI-Projekt beantragt

Laut Hermann passt die Beteiligung an diesem Important Projects of Common European Interest (IPCEI)-Vorhaben sehr gut in die Strategie einer Roadmap für reFuels für Baden-Württemberg. Das Land will damit die Produktion von reFuels in Ländern mit hohem Solarpotenzial, beispielsweise in Südeuropa oder Marokko, in den Blick nehmen.

Ziel des Projektes „SolarHy Córdoba" ist es, ab 2024 grünen Wasserstoff zu produzieren und nach Deutschland zu liefern. Der Wasserstoff wird dabei mittels Photovoltaikanlagen im andalusischen Córdoba produziert. Die PV-Anlage soll zunächst eine Leistung von 100 Megawatt (MW) haben, die in einer 2. Phase auf 200 MW verdoppelt wird.

Mehrere Transportoptionen

Das Projekt befindet sich an einem strategischen Standort, da eine direkte Zugverbindung existiert (Sevilla – Barcelona). Außerdem befindet es sich in der Nähe des bestehenden spanischen Gastransportsystems und der geplanten zukünftigen Wasserstofftransportinfrastruktur.

Für den Transport des grünen Wasserstoffs zur Mineralölraffinerie nach Karlsruhe werden verschiedene Transportmöglichkeiten in Hinblick auf ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit getestet. So wird der Wasserstoff zu 50 Prozent in komprimierter Form (gasförmig) und zu 50 Prozent in Methanol umgewandelt und in flüssiger Form per LKW oder Zug transportiert. Um den Transport per Zug zu ermöglichen, wurde laut der Mitteilung eine enge Kooperation mit DB Cargo BTT vereinbart. Darüber hinaus beabsichtigt die Viridi RE, die hinter dem Projekt steht, eine innovative Transporttechnologie zu testen, die es ermöglichen würde, mit demselben Volumen und Druck bis zu siebenmal mehr Wasserstoff zu transportieren. (amo)

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