Ein neues Tool des Aggregators und Energiehändlers e2m soll die Flexibilität von Biogasanlagen weiter verbessern. Das neue Werkzeug hilft Biogasanlagenbetreibern, ihre Stromleistung möglichst exakt zu prognostizieren und "fahrplantreu zu sein", heißt es in der Pressemitteilung. Das soll sich auch wirtschaftlich auszahlen: e2m verspricht um 0,7 Cent höhere Erlöse für die flexible Kilowattstunde. Der Energiehändler begleitet aktuell 350 Anlagen bei der Optimierung.
Aufwändige Prognose entfällt
Im Tool konfigurieren die Betreiber ihre Rahmenbedingungen, auf deren Basis die e2m automatisiert einen Fahrplan erstellt. "Dadurch entfällt für den Betreiber eine aufwändige Prognose. Die Rahmenbedingungen sind leichter definiert. Gasproduktion, Gasspeicher, Wärmeverpflichtungen, Pufferspeicher sowie Wirkungsgrad und Anspringverhalten der Blockheizkraftwerke geben einen klaren Rahmen für die Flexibilität vor", sagt Klaus Anduschus, Leiter des Vertriebs Landwirtschaft bei der e2m. Auf Grundlage dieser Restriktionen ermittelt die e2m automatisiert die Zeiten, zu denen die Anlage nach ihren individuellen Bedingungen produzieren kann, und welche Stunden davon die profitabelsten sind. "Unser Fahrplan ist ein Vorschlag, den die Betreiber weiterhin kurzfristig anpassen können", so Klaus Anduschus. Ist der Fahrplan final, steuert die e2m die Blockheizkraftwerke automatisch.
Die richtige Strategie bei der Fahrweise
"Der Zwiespalt vieler Betreiber, wie sie die vorhandene Flexibilität tatsächlich einsetzen sollen, ist verständlich, denn Teillast-Fahrweisen und zu viele Starts machen aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn“, schreibt e2m. Aus der Erfahrung des Unternehmens ist oftmals die Verschiebung der gesamten Leistung in zwei Volllast-Blöcke an den Wochentagen mit einer größtmöglichen Reduzierung der Einspeisung am Wochenende am lohnendsten. Dabei werden diese Blöcke – wenn vorteilhaft – mit den 4-Stunden-Vermarktungsscheiben der Regelenergievermarktung kombiniert, um auch in diesem Markt Geld zu verdienen. Das Optimierungs-Tool wird zunächst ausschließlich den Betreibern in der Optimierung zugänglich sein. Ab Jahresanfang 2020 wird es schrittweise für alle Betreiber mit flexiblen Anlagen zur Verfügung gestellt werden. (hoe)



