Die Bundesnetzagentur hat Zweifel daran, dass wirklich durch einen Großteil der bestehenden Gasverteilnetze künftig Wasserstoff fließen wird. Es gebe viele, die Wasserstoff haben wollten, sagte Eva Haupt, die bei der Behörde das Referat Gasfernleitungsnetze leitet. Es gebe aber zugleich nur wenige Wasserstoffanbieter.
"Wir sollten auch im Verteilnetz schrittweise vorgehen und gucken, wer [Wasserstoff] denn am meisten braucht", führte sie auf der Handelsblatt-Gastagung aus. "Wir sind aber skeptisch, was die Großflächigkeit der Umstellung im Verteilnetz angeht."
Viele Kommunen wollen Wasserstoff
Ein Bericht der Verbände VKU, DVGW und H2vorOrt hatte jüngst ergeben, dass bis 2030 in großen Teilen Deutschlands mit der Einspeisung von Wasserstoff in Verteilnetze begonnen wird. Fünf Jahre später sollen demnach in den meisten Landkreisen Teilnetze auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt werden. Und: 2045 sei ersichtlich, dass Wasserstoff "fast in ganz Deutschland" zum Einsatz kommen werde, heißt es.
Auch bemerkenswert: Laut Bericht wollen nur fünf Prozent von knapp 1000 befragten Kommunen auf klimaneutrale Gase verzichten. Die Mehrheit sieht diese dagegen klar als wichtigen Baustein der Energiewende. Die Ergebnisse wurden im sogenannten Gasnetzgebietstransformationsplan, kurz GTP, zusammengefasst. Sie sind hier einsehbar.
Wasserstoff-Kernnetz
Derzeit umfasst das deutsche Gasverteilnetz nach Angaben der Verbände mehr als 560.000 Kilometer. Die vom Transformationsplan erfassten Gasverteilnetze haben eine Gesamtlänge von mehr als 415.000 Kilometer.
Aktuell liegt lediglich ein Vorschlag für ein Wasserstoff-Kernnetz vor, der von den Fernleitungsnetzbetreibern ausgearbeitet wurde. Dieses soll bis 2032 in Betrieb gehen. Der gesetzliche Rahmen dafür soll bis Ende dieses Jahres durch eine Überarbeitung des Energiewirtschaftsgesetzes geschaffen werden. (aba)



