Die Deutsche Energiepool GmbH hat sich laut Homepage "auf die kostengünstige Beschaffung von Energie, insbesondere die Beschaffung von Erdgas für Industriekunden und Stadtwerke spezialisiert". Seit dem laufenden Jahr wurden bundesweit auch Privatkunden beliefert.

Die Deutsche Energiepool GmbH hat sich laut Homepage "auf die kostengünstige Beschaffung von Energie, insbesondere die Beschaffung von Erdgas für Industriekunden und Stadtwerke spezialisiert". Seit dem laufenden Jahr wurden bundesweit auch Privatkunden beliefert.

Bild: © Adobestock/K.-U. Häßler

Der Energieanbieter Deutsche Energiepool GmbH mit Sitz im niedersächsischen Salzbergen stellt die bundesweite Belieferung seiner Erdgaskunden ein. Zahlreichen Kunden wurde von dem Unternehmen in den vergangenen Tagen der Erdgas-Liefervertrag gekündigt. Begründet wird der drastische Schritt mit den massiven Preissprüngen für Erdgas im Spotmarkt. Als zuständiger Grund- und Ersatzversorger in weiten Teilen Deutschlands wird nun der Eon-Konzern einspringen.

„In den letzten Monaten haben sich die Beschaffungspreise für Erdgas und für Strom am Terminmarkt rund verdreifacht, die Preise für kurzfristige Beschaffung verfünffacht“, heißt es in einer Mitteilung an die Kunden auf der Homepage der Deutsche Energiepool GmbH (DEP).

"Unsere Beschaffungspreise haben sich verdreifacht"

Ein Ende sei hier zunächst nicht absehbar, da die europäischen Erdgasspeicher vielerorts beinahe leer seien. „Da wir trotz beschaffter Terminmarktmengen tägliche Spotmengen hinzukaufen müssen um unsere Bilanzkreise auszugleichen haben sich unsere eigenen Beschaffungspreise rund verdreifacht“, heißt es weiter.

Aus kaufmännischer Seit sei dieser Zustand wirtschaftlich unzumutbar geworden. „Wir sahen uns daher gezwungen, viele der geschlossenen Verträge zu kündigen“.

Um den Erhalt sämtlicher Arbeitsplätze im Unternehmen zu gewährleisten, werde sich die DEP zukünftig auf Dienstleistungen im Energiesektor konzentrieren. Für Nachfragen der ZfK war das Unternehmen am Freitag nicht zu erreichen.

Viele Beschwerden bei Verbraucherzentrale

Die Deutsche Energiepool GmbH hat sich laut Homepage „auf die kostengünstige Beschaffung von Energie, insbesondere die Beschaffung von Erdgas für Industriekunden und Stadtwerke spezialisiert“. Seit dem laufenden Jahr werden bundesweit auch Privatkunden beliefert.

«Die Massenkündigung der Gaslieferverträge nach nur wenigen Monaten, Wochen oder sogar nur 14 Tagen Laufzeit vor Beginn der Heizperiode ist außergewöhnlich», sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. Die Verbraucherzentrale erreichten derzeit auffällig viele Beschwerden von DEP-Kunden.

Auffällig sei auch die DEP-Tarifstruktur mit einem sehr hohen Grundpreis und gleichzeitig außergewöhnlich niedrigem Arbeitspreis, sagte Sieverding. Dies rechne sich für Verbraucher nur dann, wenn bei hohem Verbrauch während der heizintensiven Monate Gas geliefert werde.

Sieverding: "BNetzA muss wachsam sein"

Nach den Kündigungen vor der Heizperiode bestehe ein krasses Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Die Bundesnetzagentur müsse als Aufsichtsbehörde wachsam sein.

Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur teilte mit, eine Anzeige der Beendigung der Belieferung liege der Behörde bisher nicht vor. Grundsätzlich stehe es Energielieferanten frei, dieses Geschäftsfeld zu verlassen. Die Beendigung der Energielieferverträge richte sich nach den zivilrechtlichen Regelungen, insbesondere dem vertraglich vereinbarten Kündigungsrecht.

Eon Energie Deutschland wird nun, die nahtlose Weiterbelieferung der betroffenen DEP-Kunden mit Erdgas sicherstellen. „Bei uns steht beim Energieeinkauf vor allem die Planungssicherheit im Vordergrund. Wir kaufen die benötigten Energiemengen langfristig und vorausschauend ein, um genau solche Preisspitzen, wie wir sie derzeit erleben, im Sinne unserer Kunden zu vermeiden“, stellte Christoph Müller, Senior Vice President Customer Value Management von Eon Energie Deutschland klar.

Bundesregierung sieht Gasversorgung in Deutschland gesichert

Die Bundesregierung sieht derweil die Gasversorgung in Deutschland als gesichert an. Es gebe keine Versorgungsengpässe zum aktuellen Zeitpunkt, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Die Gasspeicher seien auch im internationalen Vergleich gut gefüllt, zum Beispiel viel mehr als in Großbritannien.

Das Ministerium beobachte die Lage am Gasmarkt sehr genau. Mit Blick auf deutliche Preissteigerungen sagte die Sprecherin, es gebe einen Strauß an Ursachen. Sie verwies etwa auf das Wiederanziehen der Konjunktur in Asien. Der Markt reagiere bereits, so habe Norwegen das Fördervolumen erhöht.

Die Sprecherin sagte weiter, das Ministerium beobachte auch die Entwicklung der Strompreise genau. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe sich wiederholt für eine vollständige Abschaffung der EEG-Umlage eingesetzt. (hoe/dpa)

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