Eine vereinfachte und beispielhafte Darstellung der Funktionsweise der Pyrolyse.

Eine vereinfachte und beispielhafte Darstellung der Funktionsweise der Pyrolyse.

Bild: © DVGW

Der Branchenverband Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sieht im Pyrolyse-Verfahren eine gute Alternative zur Elektrolyse. Mit dem Verfahren lasse sich klimafreundlicher, sogenannter türkiser Wasserstoff aus Erdgas erzeugen, erklärt der VDGW.

Die Pyrolyse-Technologie sei erprobt und könne aktuell die noch begrenzten Elektrolyse-Kapazitäten auf sinnvolle Weise ergänzen. Insbesondere benötigt sie nur ein Fünftel des Stroms bei gleichem energetischem Output in Form von Wasserstoff, heißt es.

Wasserstoff-Hochlauf in allen Bereichen

"Wir müssen alle Optionen nutzen, um den Hochlauf klimafreundlichen Wasserstoffs in allen Bereichen zu forcieren. Der mittels Grünstrom per Elektrolyse hergestellte Wasserstoff ist zwar am klimafreundlichsten, ausreichende Mengen davon wird es aber erst in einigen Jahren geben", sagte Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender, DVGW, anlässlich eines Pyrolyse-Expertenforums.

Der durch Pyrolyse erzeugte Wasserstoff könne zügig einen signifikanten Beitrag zur kurzfristigen Bedarfsdeckung leisten. "Dieses Verfahren sollte daher in größerem Umfang als bislang zum Einsatz kommen und mit verbindlichen politischen Rahmenbedingungen flankiert werden", so Linke.

Emissionen von Erdgas aufwiegen

Wie der Verbandsvetreter erklärt, werde bei der Nutzung von Biomethan als Ausgangsstoff über den gesamten Prozess hinweg der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid entzogen. Daher entstehe eine negative CO2-Bilanz.

Diese Klimagutschrift des "türkisen" Wasserstoffs sei so hoch, dass sie ausreiche, um die Emissionen der gleichen Menge Erdgas aufzuwiegen.

Ökologischer Fußabdruck kleiner als bei Erdgas

Mittels Elektrolyse erzeugter grüner Wasserstoff ist mit aktuell 14 Gramm CO2/kWh der klimafreundlichste gasförmige Energieträger, heißt es in der Mitteilung weiter. Türkiser Wasserstoff habe je nach Zusammensetzung des Gasgemischs einen CO2-Fußabdruck von 40 bis 53 Gramm/kWh.

Damit sei der Fußabdruck um ein Vielfaches kleiner als der von Erdgas und auch kleiner als der von blauem Wasserstoff. Bei der Pyrolyse wird Methan durch sehr hohe Temperaturen unter Sauerstoffabschluss in Wasserstoff und festen Kohlenstoff getrennt. Dieser muss allerdings in Produktionsprozessen verwendet oder auch deponiert werden. (jk)

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