Drastische Kürzung: Netzagentur streicht 90 Prozent des Ausschreibungsvolumens bei Biomethan.

Drastische Kürzung: Netzagentur streicht 90 Prozent des Ausschreibungsvolumens bei Biomethan.

Bild: © Philipp Pohlmann/pixelio

Die Bundesnetzagentur wird weniger Biomethan ausschreiben und weniger Anlagen fördern. Zum nächsten Gebotstermin am 1. September soll das Ausschreibungsvolumen massiv von 300.000 Kilowatt (kW) auf nur noch 20.887 kW sinken. Die Behörde begründet den Einschnitt damit, dass diese andernfalls unterzeichnet sein werde, schreibt sie auf ihrer Website.

Dadurch reduziert sich die Zahl potenziell geförderter Biomethananlagen drastisch. Je nach Größe betrifft das bis zu 560 Anlagen mit je 500 kW Leistung, die keine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten können. Innerhalb des breit gefächerten Anlagenparks liegen die Leistungen oft zwischen 500 und 1000 kW. Dass das Volumen sinken soll, ist bereits bekannt und gesetzlich vorgesehen.

Dass Biomethan in Zukunft gar nicht mehr ausgeschrieben werden soll, besorgt die Branche: "Die schrittweise, ersatzlose Abwicklung der Biomethan-Ausschreibungen, wie sie nun von der Bundesnetzagentur eingeläutet und durch das EEG 2027 vollzogen werden soll, halten wir für falsch", erklärt Sandra Rostek auf Nachfrage.

Rostek leitet das Berliner Büro des Fachverbands Biogas und führt mit Blick auf künftige Bedarfe im Wärmesektor aus: "Wer einen Hochlauf plant, sollte wohl tunlichst Rückbau verhindern." Hintergrund ist das neue sogenannte Heizungsgesetz, das mehr Biomethan in dem Sektor vorsieht.

Der Fachverband plädiert dafür, "die bislang zu einseitig auf Spitzenlast ausgelegte Biomethanausschreibung dahingehend zu reformieren, dass Biomethan-BHKWs sich an den regulären Biomasse-Ausschreibungen beteiligen können", so Rostek.

Maximaler Gebotswert angehoben

Der Höchstwert für den Gebotstermin im September liegt laut Netzagentur bei 23,13 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh), also über dem von 2025 (21,03 ct/kWh) – ein Signal, dass mehr Teilnahme ermöglicht werden soll. Genehmigungen müssen bis zum 4. August erteilt und an das Marktstammdatenregister gemeldet sein, um teilnehmen zu können.

Hinzu kommt ein Hinweis, der auf Nachfragen aus dem Bieterkreis zurückgeht: Von Teilnehmenden würden noch keine Netzentgelte mit Finanzierungsfunktion (Kapazitätsentgelte) zur Beteiligung der Einspeiser erhoben.

Entscheidung noch 2026

Die Einführung solcher Entgelte hatte die Behörde am Jahresbeginn angekündigt. Die Behörde reagiert damit offenbar auf Unsicherheiten in der Projekt- und Gebotskalkulation.

Alle weiteren Fragen würden im Rahmen des Festlegungsprozesses zur allgemeinen Netzentgeltsystematik entschieden, den sie im August näher konkretisiert hat und noch 2026 abschließen möchte. Stellungnahmen dazu können noch bis zum 18. September eingereicht werden.

Photovoltaik: Freifläche erneut überzeichnet

Während bei Biomethan eine Unterzeichnung befürchtet wird, zeigt sich bei der PV-Freiflächen-Ausschreibung ein gegenteiliges Bild. Die Runde zum Gebotstermin 1. Juli sei erneut überzeichnet gewesen, sagte Behördenpräsident Klaus Müller. Im Vergleich zur Vorrunde seien die Zuschlagswerte leicht gefallen.

Die ausgeschriebene Menge lag bei 2135 Megawatt (MW). Eingereicht wurden 401 Gebote mit einer Gebotsmenge von 3170 MW; 48 Gebote wurden vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen. Am Ende erhielten 261 Gebote einen Zuschlag.

Die Zuschlagswerte im Gebotspreisverfahren reichen von 4,38 bis 4,97 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt mit 4,79 ct/kWh unter dem Wert der Vorrunde (4,94 ct/kWh).

Regionaler Schwerpunkt in Bayern

Die meisten Zuschläge entfielen laut Netzagentur auf Standorte in Bayern (429 MW, 75 Zuschläge). Es folgen Baden-Württemberg (266 MW, 41 Zuschläge), Niedersachsen (225 MW, 28 Zuschläge), Rheinland-Pfalz (239 MW, 25 Zuschläge) und Nordrhein-Westfalen (233 MW, 21 Zuschläge).

So geht es weiter

Für Biomethan läuft die Frist zur Gebotsabgabe bei einem deutlich geringerem Volumen somit am 1. September ab. Die nächste Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen wird nach Angaben der Bundesnetzagentur am 1. Dezember durchgeführt.

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