Die Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum rückt näher: Das Wirtschaftsministerium in Hannover und das niederländische Unternehmen One-Dyas, das das Erdgas fördern will, haben sich auf Eckpunkte des Vorhabens verständigt.
So soll etwa das unter deutschen Hoheitsgewässern geförderte Erdgas dem deutschen Markt zur Verfügung gestellt werden, heißt es im Entwurf einer gemeinsamen Erklärung.
Althusmann: Keine Umweltgefährdung
Bedenken von Umweltverbänden und Grünen im Landtag wies der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch zurück: "Die umweltschutzfachlichen Verfahren, sowohl auf niedersächsischer Seite als auch auf niederländischer Seite kommen derzeit nach meiner Einschätzung zu dem Schluss, dass keine Umweltgefährdung besteht."
Dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) will One-Dyas laut dem Minister zudem "umfassende Kontrollmöglichkeiten" einräumen.
Neubewertung durch Russland-Krieg
Das Unternehmen plant, Erdgas zwischen den Inseln Schiermonnikoog (Niederlande) und Borkum zu fördern. Das Gebiet liegt nahe dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die rot-schwarze Landesregierung hatte sich im vergangenen Sommer zunächst gegen das Vorhaben positioniert.
Angesichts der Unsicherheiten bei der Energieversorgung durch den Krieg in der Ukraine rückte sie von dieser Position ab und sprach sich für eine Neubewertung aus.
Entscheidung innerhalb zwei Wochen
Über die jetzige Erklärung soll das Landeskabinett innerhalb der nächsten zwei Wochen entscheiden. Eine abschließende Genehmigung für die Förderung auf niedersächsischer Seite wird damit noch nicht getroffen.
Diese erteilt nach einem Planfeststellungsverfahren das LBEG. Die Gasförderung könnte laut One-Dyas Ende 2024 beginnen. (dpa/jk)


