Die Energiehandelsplattform Enmacc nimmt ein Bündelprodukt aus CO2-Kompensationszertifikaten und Erdgas in ihr Portfolio.
Das RWE-Handelshaus RWE Supply & Trading sei das erste Unternehmen, das sogenanntes Carbon Compensated Gas anbiete, heißt es in einer Pressemitteilung. In den kommenden Monaten sollen weitere europäische Gasversorger folgen.
Bislang maßgeschneiderte Einzelverträge
"Während direkte Emissionsreduzierungen durch Unternehmen Priorität haben sollten, kann die Kompensation von Kohlendioxid eine wichtige ergänzende Rolle spielen, um den Klimaschutz zu beschleunigen", wird Enmacc-Chef Jens Hartmann zitiert. "Wir erkennen [Emissionsreduktionszertifikate] als einen wichtigen Mechanismus an, um Anreize zur Dekarbonisierung zu schaffen."
Durch CO2-Kompensationszertifikate fließt Kapital von Verursachern in Projekte, die darauf abzielen, Kohlenstoffdioxid zu binden, zu verringern oder zu speichern. Bislang werde die Nachfrage durch maßgeschneiderte Einzelverträge befriedigt, heißt es in der Presseaussendung. Ein kombiniertes Angebot auf den Großhandelsmärkten habe es bislang noch nicht gegeben.
Chancen und Gefahre für Stadtwerke
Im ZfK-Interview hatte sich Hartmann überzeugt gezeigt, dass der Markt für derlei Produkte schnell weiter wachse. Für Stadtwerke ergäben sich dadurch auch Chancen, sagte er. "Denn schafft es der Vertrieb, dieses Thema bei den Geschäfts- und Industriekunden nebst Strom und Gas zu platzieren, stärkt das die Kundenbindung und eröffnet weiteres Geschäftspotenzial."
Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass Stadtwerke, die nicht zügig eine stärkere Rolle einnehmen würden, in diesem Bereich keine Rolle mehr spielen würden.
Einfache Handhabung
"Wir möchten es Stadtwerken so einfach wie möglich machen, [das Thema CO2-Kompensation] in jedem Vertriebsgespräch beim Kunden zu platzieren", sagte Hartmann. "Dafür braucht es einen einfachen Zugang zum Handel und zu Preisen, die die Handels- und Beschaffungsabteilung einfach an den Vertrieb weitergeben kann."
Enmacc gilt als führende außerbörsliche Handelsplattform für Strom und Gas in Deutschland. Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 420 Unternehmen und mehr als 1900 Händler das Portal, darunter auch viele Stadtwerke. (aba)



