Die fehlende Flexibilität dieser Kraftwerke bestimmt maßgeblich die Höhe des konventionellen Erzeugungssockels. In den zurückliegenden Jahren haben einige Betreiber bereits in die Flexibilisierung ihrer Anlagen investiert. Weitere Investitionen der Kraftwerksbetreiber können den konventionellen Erzeugungssockel weiter verringern.

Die fehlende Flexibilität dieser Kraftwerke bestimmt maßgeblich die Höhe des konventionellen Erzeugungssockels. In den zurückliegenden Jahren haben einige Betreiber bereits in die Flexibilisierung ihrer Anlagen investiert. Weitere Investitionen der Kraftwerksbetreiber können den konventionellen Erzeugungssockel weiter verringern.

Bild: © Achim Lückemeyer/pixelio.de

Die Brancheninititative Zukunft Erdgas begrüßt die Anreize für den Wechsel von Kohle auf Erdgas für Kraftwerksbetreiber, welche im Entwurf des Abschlussberichts der Kohlekommission verankert sein sollen. Auf seiner nächsten Sitzung am Freitag will das Gremium über den Bericht beraten. Dann soll auch über den Ausstiegspfad und das Enddatum für das letzte Kraftwerk entschieden werden. "Jetzt gilt es, den Einsatz dieser Maßnahmen in einem konkreten Ausstiegspfad festzulegen, sonst bleibt es bei vagen Versprechen ohne wirksamen Klimaschutz", fordert Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas.

Besonders erfreulich sei, dass die Kommission die Bedeutung von Erdgas zur weiteren Umsetzung der Energiewende erkannt hätte. Der Wechsel von Braunkohle zu Erdgas spare erhebliche Mengen CO2, nach aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes etwa 70 Prozent, führt Kehler weiter aus. Pro erzeugter kWh Strom entstehen in deutschen Gaskraftwerken durchschnittlich 382 Gramm CO2 – die Braunkohlekraftwerke emittieren mit 1148 Gramm dreimal mehr.

Stilllegungen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit drohen

Noch ist Deutschlands Gaskraftwerkspark groß: 30 GW Leistung stehen bundesweit bereit und könnten, so der Vorstand der Brancheninitiative, dazu beitragen, den Kohleausstieg abzufedern und eine sichere und emissionsarme Energieversorgung zu gewährleisten.

2018 sind dieses Kapazitäten jedoch nur zu einem Drittel genutzt worden. Schuld sei, so Kehler, die schwierige Marktlage gewesen. Aufgrund dessen würden nun viele Betreiber die Stilllegung ihrer Kraftwerke prüfen – für Zukunft Erdgas ein Schritt in die falsche Richtung. Denn die Rolle von Erdgas wachse mit dem zunehmenden Anteil an erneuerbaren Energien. Wenn das Wetter nicht mitspielte, brauche es ein Backup, das flexibel einspringe. Deswegen fordert Kehler, die bestehenden Gaskraftwerke vor einer drohenden Schließung zu bewahren und einen schnellen Ausbau der Gaskraftwerksflotte zu vollziehen, denn nur so könne ein Jojo-Effekt beim Klimaschutz vermieden werden. (hol)

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