Die größte Erdgas-Aufarbeitungsanlage im norwegischen Kårstø.

Die größte Erdgas-Aufarbeitungsanlage im norwegischen Kårstø.

(c) Ilja C. Hendel/Zukunft Erdgas

Norwegen ist ein innovativer und starker Partner Deutschlands und Europas für die Gasversorgung. Dies betrifft sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Umweltverträglichkeit. Dies wurde nun bei einer Informationsrundfahrt auf Einladung von "Zukunft Erdgas" deutlich.

So konnte der CO2-Ausstoß pro Kubikmeter bzw. Tonne in der größten Erdgasaufarbeitungsanlage Europas in Kårstø nördlich von Stavanger seit Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 1985 um 60 Prozent reduziert werden, der von Stickstoffoxiden (NOx) um 75 Prozent. Der für die Gasaufarbeitung benötige Strom stammt zu beinahe 100 Prozent aus Wasserkraft. Punkten kann Norwegen auch durch modernste Fördertechnik und die geografische Nähe zu Deutschland, was den Energiebedarf für die Kompression verringert. Nach Angaben von "Zukunft Erdgas" ist die norwegische Stromproduktion mit Erdgas um 64 Prozent C02-ärmer als die mit Braunkohle.

Deutschland auch künftig zentraler Absatzmarkt

In Kårstø werden nach Angaben des technischen Dienstleisters Equinor (ehemals Statoil) gut ein Viertel des nach Europa exportierten Gases aufgearbeitet, aktuell pro Jahr rund 20 Mrd. Kubikmeter Erdgas und 8,55 Mio. Tonnen flüssige Gase jährlich. Rund 30 Förderfelder speisen die 108 Hektar große Aufarbeitungsanlage ­­- mit Erweiterungsmöglichkeiten für weitere 100 Hektar - per Pipeline. Der größte Teil davon fließt durch die rund 650 Kilometer lange Europipe II Pipeline nach Dornum. Über 54 Mrd. Norwegische Kronen (rund 5,5 Mrd. Euro) wurden bisher in die Anlage investiert, sagte Ove Tungesvik, Sprecher von Equinor der ZfK. Täglich werde dort Gas mit einem Wert von rund 250 Mio. Norwegische Kronen (rund 26 Mio. Euro) produziert.

Deutschland wird auch künftig als zentraler Absatzmarkt und strategischer Partner gesehen, wie Frode Leversund, Vorstandsvorsitzender des staatlichen Pipelinebetreibers Gassco und Tungesvik unterstrichen. Derzeit stammen gut 21 Prozent des in Deutschland genutzten Erdgases aus Norwegen. Daneben ist Deutschland eine wichtige Drehscheibe für die Verteilung des Gases in andere europäische Länder. Der Anteil Deutschlands an den Gaslieferungen Norwegens nach Europa liegt bei rund 40 Prozent.

Künftig auch grünes Gas und CO2-Einlagerung

Dabei baut Norwegen künftig auch auf den verstärkten Export von LNG und grünem Gas, wie die Staatssekretärin im norwegischen Energieministerium Ingvil Smines Tybring-Gjedde unterstrich. Für den Ausbau der Offshore-Windkraft könne man viel Know-how aus Öl- und Gasbereich nutzen. Derzeit sei man dabei, eine Wasserstoff-Strategie zu erarbeiten. Zudem setzt die Regierung auf die Weiterentwicklung der CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage – Abscheidung und Speicherung CO2) und die Etablierung Norwegens als europäischer Standort für die CO2-Einlagerung. "Wir sehen große Möglichkeiten unsere unterirdischen Felslagerstätten für die CO2-Einlagerung zu nutzen", sagte Tybring-Gjedde.

Auch langfristig sei die Versorgungssicherheit bei Gas aus Norwegen gewährleistet, betonte die Staatssekretärin. Momentan wurde nur ein Drittel des derzeit bekannten norwegischen Gasvorkommens gefördert, die momentan bekannten Reserven liegen bei zwei Drittel. Doch arbeite man mit Hochdruck daran, weitere Förderfelder in der Barentssee zu erkunden und zu erschließen, so Tybring-Gjedde. (hcn)

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