Die durchschnittlichen deutschen Endpreise für den typischen jährlichen Haushaltsverbrauch von Erdgas im Vergleich mit der energetisch gleichen Menge Heizöl von 2014 bis 2018.

Die durchschnittlichen deutschen Endpreise für den typischen jährlichen Haushaltsverbrauch von Erdgas im Vergleich mit der energetisch gleichen Menge Heizöl von 2014 bis 2018.

Grafik: © Check24

Wichtige Fakten für die Vermarktung von Gas im Wettbewerb zu Öl: Während Erdgas auf Großhandelsebene mal teurer, mal billiger wird, ist der Endpreis für den typischen Jahresverbrauch zum Heizen seit 2014 fast kontinuierlich abgerutscht – um über 200 Euro. Gleichzeitig ist der Endkundenpreis des Konkurrenzenergieträgers Öl seit einem Tiefpunkt Anfang 2016 so drastisch gestiegen, dass seit November 2017 Erdgas günstiger ist als Heizöl. Das ergeben Zahlen, die das Portal Check24 am Montag veröffentlicht hat.

Check24 vergleicht Gaspreise selbst und hat – im Gegensatz zum Energie-Marktführer Verivox/Toptarif – auch einen Heizöl-Preisvergleich in sein Portal eingebettet. Demnach verbilligte sich der typische Jahres-Gasverbrauch von 20 000 kWh seit Januar 2016 bis diesen Mai von brutto 1290 Euro auf 1174 Euro. Das ist ein Rückgang um neun Prozent. Zeitgleich explodierte preislich die in etwa gleiche Energiemenge Heizöl, nämlich 2000 Liter, um 67 Prozent oder von 830 auf 1387 Euro.

Benachteiligt der Vergleich Gas…

Der wahre Kostenvorteil von Erdgas ist sogar noch höher. Denn hier werden reine Heizstoffpreise verglichen. Für Heizöl hat man aber zusätzlich Anschaffungs- und Wartungskosten sowie Platzbedarf für einen Tank, während das Erdgas direkt aus dem Netz kommt.

…oder Öl?

Aber benachteiligt der Vergleich von Check24 womöglich Heizöl? Er vergleicht nämlich, mit einer 2000-Liter-Lieferung Öl. Das ist zwar energetisch korrekt, entspricht es aber auch der Lebenswirklichkeit? Wohl eher nicht, da bei nur einem Lieferort die 3000-Liter-Charge üblich ist. Und für diese bekommt man einen günstigeren Hektoliter-Preis: Am Montag waren – so eine ZfK-Stichprobe auf Esyoil – in einem Ort im Landkreis München mindestens 69,41 Euro pro 100 Liter oder insgesamt 1388,20 Euro zu bezahlen, wenn man 2000 Liter bestellte. Bei 3000 Litern sank der Hektoliterpreis auf 68,84 Euro, der Gesamtpreis für 2000 Liter davon 1376,80 Euro.

Das ist eine Ersparnis von gerade mal 11,40 Euro. Dafür muss man aber 688,40 Euro zusätzlich für die weiteren 1000 Liter bezahlen – wenig Anreiz für die größere Charge. Langer Rede kurzer Sinn: Der Vergleich ist valide. Und: Wie hätte man sonst vergleichen sollen? (geo)











Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper