Im ersten Halbjahr kam so viel Flüssigerdgas in Europas LNG-Terminals an wie noch nie zuvor. Die Gesamtauslastung lag bei rund 60 Prozent, wie aus dem neuen LNG-Marktradar der Berliner Unternehmensberatung Team Consult hervorgeht.
Demnach wurden allein im zweiten Quartal in Belgien, Litauen, den Niederlanden, Portugal und Kroatien historische Höchstwerte erreicht. In Portugal betrug die Gesamtauslastung 92 Prozent, in den Niederlanden sogar 93 Prozent.
Extrem hohe Gaspreise
In Nordeuropa stieg die Ausspeiserate im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 50 Prozent. Auch in Südeuropa gingen die Werte nach oben. Hier stieg die Ausspeiserate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent.
Extrem hohe Gaspreise an den europäischen Energiemärkten und rückläufige Gasflüsse aus Russland hatten in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass die Verschiffung von LNG nach Europa deutlich attraktiver wurden als nach Asien. Nach Team-Consult-Angaben wurden weitgehend alle frei verfügbaren LNG-Mengen im ersten Halbjahr 2022 nach Europa transportiert.
Drei deutsche LNG-Terminalstandorte
Deutschland selbst hat derzeit keine LNG-Terminals, plant aber, kurzfristig vier sogenannte schwimmende LNG-Terminals zu chartern. Als Standorte kommen Wilhelmshaven, Stade (beide Niedersachsen) und Stade (Schleswig-Holstein). Mittel- und langfristig sollen an den Orten landbasierte LNG-Terminals entstehen. (aba)



