Die Agilität und Arbeitsweise von beeindruckten selbst Powercloud-Geschäftsführer Marco Beicht.

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Bild: © EWE

EWE und die Bremer Tochter SWB sowie der Stahlbauer Arcelor Mittal arbeiten beim Thema Wasserstoff zusammen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am heutigen Montag unterzeichnet. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die grüne Wasserstoffproduktion in Bremen. Am Kraftwerkstandort Mittelsbüren soll eine Elektrolyse-Anlage im ersten Schritt mit bis zu 24 Megawatt Leistung entstehen, die das Stahlwerk von Arcelor Mittal mit grünem Wasserstoff versorgt. 

Mit dem Gemeinschaftsprojekt mit dem Namen "HyBit - Hydrogen for Bremen’s industrial transformation" reagieren die Unternehmen auf die im Juni verabschiedete Nationale Wasserstoffstrategie ein, die grünen Wasserstoff marktfähig machen möchte. Bezugspunkt ist aber auch die in der vergangenen Woche vorgestellte Europäischen Wasserstoffstrategie. Diese nimmt vor allem die Dekarbonisierung der großen Industrien in den Blick. 

Europäisch denken

"Mit ‚HyBit‘ geben wir dem Thema Wasserstoff sogar einen entscheidenden Dreh in Richtung Europa. Denn für die Produktion von erneuerbaren Energien und Wasserstoff sowie den Um- und Aufbau von Netz- und Speicherinfrastrukturen sind in allen Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee zwingend länderübergreifende gemeinsame Anstrengungen nötig. Wir initiieren damit aus dem Nordwesten Deutschlands heraus einen europäischen Verbund aus Wasserstoff-Hubs", erläutert Urban Keussen, Technikvorstand der EWE AG. Das Energieunternehmen sieht sich und die Projektpartner dafür bestens aufgestellt. MitOn- und Offshore-Wind, einer maritimen Wirtschaftsstruktur und Häfen für Wasserstoffimporte, einer gut ausgebauten Gasinfrastruktur mit Kavernenspeichern und einer energieintensiven Stahlindustrie verfüge man über hervorragende Voraussetzungen, so Keussen weiter. 

Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender der SWB AG, kündigte an, perspektivisch Bremen sowie den gesamten Nordwesten bei der Dekarbonisierung unterstützen zu wollen. "Wichtig ist, dass wir diese großtechnische Anwendung jetzt erstmal zügig beginnen und ausprobieren, um damit im nächsten Schritt marktfähig zu werden." Dazu sei eine Förderung des Elektrolyseurs sowie ein Betriebskostenzuschuss für Arcelor Mittal nötig.

Hoher Preis bleibt ein Problem

Arcelor Mittal strebt bis 2050 eine CO2-neutrale Stahlproduktion in Europa an, bis 2030 sollen die Emissionen bereits um 30 Prozent gesenkt werden. "Die Erreichung dieser Ziele basiert auf dem Einsatz neuer Technologien, die wir entwickeln. In der Strategie des Konzerns spielt der Einsatz von grünem Wasserstoff dabei eine bedeutende Rolle, er trägt im Prozess zur Roheisenerzeugung dazu bei, den Einsatz von Kohlenstoff zu reduzieren", erläutert Dirk Francis, Vorstandsmitglied Technik Primary von Arcelor Mittal Bremen. Die Nationale Wasserstoffstrategie sei sehr zu begrüßen. Nun müsse es darum gehen, die notwendige Wasserstoff-Infrastruktur zügig zu entwickeln, um ausreichende Mengen grünen Wasserstoffs einsetzen zu können. "Außerdem benötigen wir wettbewerbsfähige Preise für Wasserstoff. Die aktuellen Kosten für Wasserstoff sind viel zu hoch und machen eine H2-basierte Stahlproduktion noch nicht möglich", so Francis weiter. (amo)

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