Unter anderem mit einem CO2-Rechner will der Energiedienstleister Gasag andere Unternehmen unterstützen, klimaneutral zu wirtschaften.

Unter anderem mit einem CO2-Rechner will der Energiedienstleister Gasag andere Unternehmen unterstützen, klimaneutral zu wirtschaften.

Bild: © Gasag

Der Berliner Energieversorger Gasag wird seinen Grundversorgungstarif für Gas ab Mai 2022 um 26 Prozent erhöhen. Außerdem sollen die Tarife für Neu- und für Bestandskunden wieder zusammengeführt werden, wie der regionale Versorger mitteilte.

Der separate Grundversorgungstarif für Neukunden war im Dezember 2021 eingeführt worden. Damals waren knapp 20.000 Kund*innen des insolventen Billiganbieters gas.de in die Berliner Grundversorgung und damit an die Gasag gefallen.

Gas um 2,46 Cent pro kWh teurer

Der Arbeitspreis für Erdgas steigt ab Mai nun um etwa 2,46 ct pro kWh auf 10,92 ct pro kWh, der Grundpreis bleibt stabil. Der derzeitige Arbeitspreis für Bestandskunden bei einem Verbrauch bis zu 15.000 kWh beträgt 8,46 ct pro kWh und bei Neukunden bei 18,73 ct pro kWh.

Bereits im vergangenen Winter hatte die Gasag ihre Preise erhöht. Hintergrund für die neuerliche Preiserhöhung seien die massiv gestiegenen Gaspreise am Spotmarkt.

Bis zum Jahresende ausreichend eingedeckt

Im März 2022 war der Großhandelspreis gegenüber dem Vormonat zum Teil über 500 Prozent angewachsen. "Was derzeit an den Märkten passiert, ist absurd", sagte Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender, Gasag.

Trotzdem ist der Versorger zuversichtlich, die Kunden weiter beliefern zu können. "Unsere Kunden sollen wissen, dass wir sie weiter mit Gas versorgen", versicherte Friedrichs. "Wir sind bis zum Jahresende ausreichend eingedeckt."

Preisniveau wird wohl hoch bleiben

Zumal es derzeit keine Engpässe gibt. Während der Krieg zwischen Russland und der Ukraine anhält, fließt unverändert russisches Erdgas nach Deutschland. Sowohl bei der Pipeline Nord Stream 1 als auch bei der ukrainischen Pipeline sind keine Rückgänge zu verzeichnen.

Die Geschäftsführung der Gasag geht derweil davon aus, dass das bereits eher hohe Preisniveau vor Kriegsausbruch auch weiterhin erhalten bleibt, sollte es einen Waffenstillstand in der Ukraine geben.

Split in der Grundversorgung wird aufgegeben

Dadurch könnte weitere Gasversorger in Deutschland zahlungsunfähig werden. Ob dann weitere Kunden in die Berliner Grundversorgung fallen, bleibt abzuwarten. Auch weitere Preisanpassungen sind damit möglich.

Der Split in der Grundversorgung soll dagegen aufgegeben werden. Im Mai werden die Tarife für Neu- und Bestandskunden zusammengelegt, was eine Preissenkung von knapp 40 Prozent für Neukunden bedeutet. Das Konkurrenzunternehmen Lichtblick war zuvor mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Grundversorgungs-Split vor dem Berliner Landgericht gescheitert.

Beschaffungsstrategie könnte noch konservativer werden

Angesichts der neuen Situation denkt die Geschäftsführung auch darüber nach, wie Beschaffungsstrategie künftig aussehen soll. Die Gasag kauft derzeit mit 3 Jahren bis 18 Monaten Vorlaufszeit ein, legt aber auch kurzfristig an den Gasmärkten nach. Auch in der aktuell schwierigen Marktlage kauft das Unternehmen zu.

"Wir haben bereits eine sehr konservative Beschaffungsstrategie", sagt Sascha Bühring, Leiter Energiebeschaffung, Gasag. "Vielleicht müssen wir aber noch konservativer denken." (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper