Für die Branche ist die Marktraumumstellung ein Mammutprojekt.

Für die Branche ist die Marktraumumstellung ein Mammutprojekt.

Bild: © Adobe Stock/by-studio

Die deutsche Gaswirtschaftmacht sich für die Einführung von Kapazitätsmechanismen stark, wie sie in vielen europäischen Ländern üblich sind. Durch den Ausstieg aus Kernenergie und Kohle drohe bis 2030 nach Berechnungen des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität zu Köln eine Lücke bei der gesicherten Leistung von bis zu 45 Gigawatt. Die aktuellen Marktbedingungen seien für Investoren derzeit aber nicht attraktiv, um neue Gaskraftwerke zu errichten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von Zukunft Gas. Gaskraftwerke seien als regelbare Erzeugungsanlagen in der Lage, Kapazitäten vorzuhalten und anzubieten, die zur Absicherung von Engpasssituationen erforderlich seien. Im Energy-only-Markt werde diese Dienstleistung aber nicht vergütet, erläutert Timm Kehler, der Chef des Branchenverbandes.

Die neue Bundesregierung müsse nun auf bezahlbare Energie in allen Sektoren setzen und nicht nach der Devise „Klimaschutz um jeden Preis“ handeln, mahnt Kehler. Eine technologieoffene Herangehensweise sei unabdingbar. Dazu gehörten auch Ansätze wie die Dampfreformierung mit Carbon Capture and Storage (CCS) oder die Methanpyrolyse. Solche Verfahren würden gebraucht, um Wasserstoff schnell und kostengünstig in großen Mengen herzustellen.

Kehler: Keine Versorgungssicherheit ohne Gas

Kehler spricht sich außerdem dafür aus, nicht nur auf die Ziele der Klimapolitik zu schauen, sondern dabei auch die Gegenwart im Blick zu behalten. „Leitungsnetze und Speicher sichern schon heute eine zuverlässige Versorgung mit Gas. Diese Versorgungssicherheit werden wir in Zukunft bei einem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien noch viel stärker benötigen.“ Flexibel einsetzbare, hochmoderne und effiziente Gaskraftwerke könnten hier für eine gesicherte Grundlast und einen effektiven Schutz vor Dunkelflauten sorgen. (amo)

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