Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten steil nach oben gegangen.

Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten steil nach oben gegangen.

Bild: © Andreas Baumer

Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag den Ernstfall einer Gasknappheit geprobt. Simuliert wurde ganztägig eine Versorgungslage, bei der in Deutschland nicht mehr genügend Erdgas vorhanden ist, um alle gewünschten Bedarfe zu decken. In solch einem Fall muss die Behörde als sogenannter Bundeslastverteiler etwa entscheiden, bei welchen Firmen der Gasverbrauch eingeschränkt wird. Die Bundesnetzagentur betonte, dass in der Übung berücksichtigt wurde, dass der lebenswichtige Bedarf von Haushaltkunden einem besonderen Schutz unterliege. Getestet wurden unter anderem die Infrastruktur des Krisenstabs und die Kommunikationswege.

An der Übung nahmen auch das Bundeswirtschaftsministerium, mehrere Bundesländer und das Unternehmen Trading Hub Europe teil. Das Gemeinschaftsunternehmen der Fernleitungsbetreiber ist im deutschen Gasmarktgebiet unter anderem dafür zuständig, dass immer genügend Erdgas in den Leitungen ist. Außerdem nahmen 15 Netzbetreiber, 17 Industriekunden sowie Speicherbetreiber und Speichernutzer teil. Insgesamt waren rund 200 Personen in die Übung eingebunden, davon 70 bei der Netzagentur, wo ein Krisenzentrum aufgebaut wurde.

Müller positiv gestimmt

«Deutschland ist für diesen Winter deutlich besser vorbereitet als im vergangenen Jahr», sagte Behördenpräsident Klaus Müller. «Die Speicher sind gut gefüllt, die alternativen Quellen, über die wir Gas beziehen können, und die Einsparraten sind stabil.» Man könne durchaus optimistisch sein, für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Es blieben Restrisiken. Die Übung helfe, auch auf unwahrscheinliche Szenarien gut vorbereitet zu sein.

Als Restrisiken nannte die Behörde etwa eine etwaige sehr kalte Wetterlage und die Gefahr ausbleibender russischer Gaslieferungen in die südosteuropäischen Staaten. Sie bezögen derzeit noch Gas über die Ukraine und müssten im Falle einer Mangellage über Deutschland mitversorgt werden. Denkbar sei auch der teilweise oder vollständige Ausfall von Erdgasleitungen. (dpa/amo)

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