Die Bundesnetzagentur bewertet die Lage auf dem Gasmarkt nach vermehrten Entspannungssignalen in den vergangenen Tagen optimistischer. Der Indikator "Gasverbrauch temperaturbereinigt" sprang vom kritischen ins angespannte Feld. Bei den vier weiteren wesentlichen Indikatoren – Temperaturprognose, Gasspeicherfüllstände, Situation in den Nachbarländern und Beschaffung von Regelenergie – sieht die Bundesbehörde weiterhin eine stabile Situation.
Insgesamt sei die Lage weniger angespannt als zu Beginn des Winters, erklärte die Bundesnetzagentur auf ihrer Website. "Eine Gasmangellage in diesem Winter wird zunehmend unwahrscheinlich."
Gasspeicherfüllstand: 91 Prozent
Routinemäßig veröffentlichte die Behörde am Donnerstag die Gasverbrauchszahlen der Vorwoche. Demnach wurden in der letzten Woche 2022 im Vergleich zu den Vergleichszeiträumen 2018 bis 2021 fast 30 Prozent eingespart. Ausschlaggebend dafür waren ungewöhnlich milde Temperaturen zum Jahresende.
Die Lage auf den Gasmärkten hat sich seitdem weiter entspannt. So meldete der Branchendienst AGSI den 14. Tag hintereinander Nettoeinspeicherungen in Deutschlands Gasspeicher. Ausspeicherungen in Höhe von 277 GWh standen zuletzt Einlagerungen von 435 GWh gegenüber. Der Füllstand betrug Stand Dienstag knapp 91 Prozent.
Gaspreise für Winter 2023/24 höher
Auf den Gasmärkten stabilisierten sich am Donnerstag die Preise bei einem Niveau von Mitte 60 Euro pro MWh (Frontmonat TTF). Damit fielen die Preise innerhalb nur eines Monats um bis zu 55 Prozent. So günstig wie jetzt war Gas zum letzten Mal im Januar 2022 gewesen.
Höher lagen zuletzt die Gaspreise für den Winter 2023/24. Der Dezemberkontrakt wurde für 78 Euro pro MWh gehandelt. Dies macht Einspeicherungen in die Gasspeicher zurzeit sehr attraktiv.
Weitere Entspannung ab Sommer 2025
Deutlich günstiger war Gas erst für Sommer 2025 zu haben. Spätestens dann dürfte sich der weltweite LNG-Markt nach Experteneinschätzung stabilisiert haben. Der Gaspreis für diesen Zeitraum: 55 Euro pro MWh. (aba)
Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.



