Blick auf den Gasspeicher Etzel in Niedersachsen.

Blick auf den Gasspeicher Etzel in Niedersachsen.

Bild: © Uniper

Die Bundesnetzagentur sieht die Lage am Gasmarkt wieder etwas entspannter. Am Montag drehte sie den Zeiger für den Indikator "Temperaturprognose" von "kritisch" auf "stabil". Grund dafür sind neue Wetterprognosen. Demnach erwartet die Bundesbehörde für die nächsten Tage höhere Temperaturen und damit auch einen Rückgang des Gasverbrauchs.

"Kritisch" ist die Lage, wenn die prognostizierte Durchschnittstemperatur der kommenden sieben Tage zwei Grad Celsius unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 liegt. Ein solche Temperatur würde einen Mehrbedarf von zwei TWh in der Woche bedeuten. Über den gesamten Winter würde dies einen Mehrgasverbrauch von ungefähr 44 TWh (rund 18 Prozent der maximalen Speicherkapazität) bedeuten und müsste durch weitere Einsparungen oder Importe ausgeglichen werden.

Gaspreise geben nach

Die deutschen Gasspeicher waren am Samstag zu rund 88 Prozent gefüllt, wobei zuletzt das Ausspeichertempo leicht rückläufig war. So wurde am Samstag nur noch rund 1 TWh netto ausgespeichert und damit halb so viel wie am Vortag.

Auch die Gaspreise gaben in den vergangenen Tagen deutlich nach. So wurde der Frontmonat am Handelsplatz TTF zuletzt für 112 Euro pro MWh gehandelt. Das ist ein Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Donnerstag.

Sparziele werden weiter verfehlt

Sorgen macht der Bundesnetzagentur hingegen der Gasverbrauch. Zuletzt wurde das von der Behörde vorgegebene 20-Prozent-Einsparziel verfehlt. In der Kalenderwoche 49 lag der Verbrauch von Industrie und Haushalten nur noch bei 5,2 Prozent unter dem Wochenmittel der vier Jahre zuvor.

Der Indikator "Gasverbrauch temperaturbereinigt" weist nach wie vor ins Feld "kritisch".

Müller: Versorger sind gefordert

In der "Süddeutschen Zeitung" forderte nun Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, dazu auf, schnell für eine bessere Information der Kunden über ihren Verbrauch an Strom und Gas zu sorgen. "Am besten monatlich", sagte er. "Die Energieversorger müssen das jetzt vorbereiten, damit es nächsten Winter da ist." Eine App, in der man den Verbrauch genau sehen könne, nannte er ideal.

Die Bundesnetzagentur dringt zudem auf eine enge Überwachung der Erdgas-Infrastruktur, um Sabotageakte zu verhindern. "Wir tun gut daran, kritische Infrastrukturen besser zu überwachen als früher", sagte Behördenchef Klaus Müller der "Süddeutschen Zeitung" am Montag. So sei es "absolut richtig", rund um Terminals für Flüssigerdgas einen sehr großen Sicherheitsaufwand zu betreiben. Sabotageakte oder eine extreme Kälte in Deutschland oder benachbarten Ländern seien aktuell die größten Gefahren für die Gasversorgung, sagte er. (pfa/dpa)

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