Der Gasspeicher in Rehden hat eine Kapazität von fast 44 TWh. Zuletzt lagerten aber nur noch 0,24 TWh ein.

Der Gasspeicher in Rehden hat eine Kapazität von fast 44 TWh. Zuletzt lagerten aber nur noch 0,24 TWh ein.

Bild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nach Berechnungen der Initiative Energien Speichern (Ines) sinkt der Gasverbrauch erst nach dem Winter 2026/27 so weit, dass keine weiteren infrastrukturellen Maßnahmen wie zusätzliche LNG-Terminals oder Gasspeicherkapazitäten mehr erforderlich sind. Für die kommenden beiden Winter führe an neuen LNG-Terminals kein Weg vorbei, sagte Verbandschef Sebastian Bleschke bei einer Pressekonferenz. Grundlage für die Annahmen ist der europäische Zehn-Jahres-Gasentwicklungsplan von Entsog, dem Zusammenschluss der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber.

Dabei entwickelt sich die Lage derzeit auf den Gasspeichermärkten weiterhin gut. Stand Mittwochvormittag waren die deutschen Speicher im Schnitt zu 90 Prozent gefüllt. Nach Ines-Schätzung dürften die Anlagen bis zu Beginn der Heizperiode vollständig gefüllt sein.

Mindestfüllstand von 21 Prozent bei normalem Winter

Doch selbst dann bleibe die Gefahr einer Gasmangellage im Winter bei extrem kalten Temperaturen weiterhin bestehen. Bei normaler Witterung wiederum würden die Speicher bis zum Frühjahr 2024 auf einen durchschnittlichen Füllstand von 21 Prozent fallen.

Vor diesem Hintergrund hält es der Speicherverband für "zielführend", zusätzlich zu den derzeit in Betrieb befindlichen schwimmenden LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Lubmin weitere Terminalkapazitäten zu schaffen. Nach dem Winter 2026/27 würden die die schon jetzt bestehenden Anlagen jedoch ausreichen.

470 TWh LNG-Terminalkapazität für diesen Winter

Die schlechte Nachricht dabei: Allein für diesen Winter bräuchte Deutschland zusätzliche LNG-Terminalkapazitäten von 470 TWh pro Jahr, um die EU-Gasversorgungssicherheit selbst bei extrem kalten Temperaturen wiederherzustellen.  "Das wird uns sicherlich nicht gelingen", sagte Bleschke.

Würde diesen Winter gar keine Kapazitäten mehr hinzugefügt werden, bräuchte die Bundesrepublik für den darauffolgenden Winter nach Ines-Berechnungen noch 400 TWh pro Jahr.

Entspannung nach Winter 2024/25

Würde auch dann nichts geschehen, könnten für den Winter 2025/26 alternativ auch 120 TWh neue Gasspeicherkapazitäten geschaffen werden, um Versorgungssicherheit wieder herzustellen. Zum Vergleich: Derzeit umfassen die deutschen Gasspeicherkapazitäten insgesamt 250 TWh.

Deutlich entspannen würde sich die Lage erst im Winter 2026/27, wenn bei vorherigem Nichtstun schon zehn zusätzliche TWh Gasspeicherkakapazitäten genügen würden. Danach würden sogar gar keine zusätzlichen Kapazitäten mehr gebraucht. (aba)

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