Die Kälteperiode der letzten Wochen hat hohe Anforderungen an das deutsche Fernleitungsnetz für Gas gestellt. Ein Stresstest hat nun gezeigt, dass die Systeme trotz niedriger Temperaturen störungsfrei liefen, wie die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) mitteilt.
Hinzu kam ein außergewöhnlich hoher Transportbedarf an Erdgas. Denn dieser Energieträger spielt eine wichtige Rolle im Wärmemarkt sowie in der Stromproduktion. Dies gelte vor allem dann, wenn Erneuerbare Energien aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht einsatzbereit seien, heißt es.
Texas: Ein Drittel der Kraftwerke ausgefallen
Der Tagesabsatz an Erdgas lag Mitte Februar um mehr als 50 Prozent höher als in den Februartagen der letzten fünf Jahre. Auch die zu dieser Zeit bereits niedrigen Füllstände der unterirdischen Erdgasspeicher hätten keine negative Auswirkung auf die Energieversorgung gehabt, so der Branchenverband weiter.
Die Nachrichten der letzten Wochen waren auch geprägt durch die Bilder des Blackouts in Texas. Hier war es während des ungewöhnlichen Kälteeinbruchs zu flächendeckenden Stromausfällen gekommen. Rund ein Drittel der Kraftwerke standen dabei nicht zur Verfügung.
Verhindern, dass Leitungen einfrieren
Dabei waren auch Teile der Gasinfrastruktur eingefroren. Dies führte zur Zwangsabschaltung von zahlreichen Haushalten und Betrieben. "Eine solche Situation ist für Deutschland extrem unwahrscheinlich", erläutert Inga Posch, Geschäftsführerin, FNG Gas. Das Fernleitungsnetz verlaufe unterirdisch, in der Regel mit einer Erdüberdeckung von mindestens einem Meter.
Darüber hinaus achteten die Gastransportunternehmen darauf, dass alle Feuchtigkeit aus dem Gas entfernt sei, so dass es nicht gefrieren können. Das Gasnetz sei bedarfsgerecht ausgebaut. Verbrauchsspitzen, die sich aus dem Energieverbrauch von extrem kalten Wintertagen ergeben, können zuverlässig bedient werden. (jk)



