Bender: "Frühere Unterschiede – digitale Nachweise beim DVGW, Papierausweise beim RBV – gehören der Vergangenheit an."

Bender: "Frühere Unterschiede – digitale Nachweise beim DVGW, Papierausweise beim RBV – gehören der Vergangenheit an."

Bild: © DVGW

Der Nachweis von Schlüsselqualifikationen im Rohrleitungsbau war bislang oft mühsam. Ein neues Prüfausweissystem (PAS) des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und des Rohrleitungsbauverbands (RBV) könnte das jetzt ändern. Das neue PAS ist digital, zum ersten Mal einheitlich und soll der neue Standard im Leitungsbau werden, erklärt Thomas Bender, Referent Bildungsberatung beim DVGW, im Interview.

Herr Bender, welche Herausforderungen im bisherigen Qualifikationsnachweis hat das neue digitale PAS gelöst?
Mit dem digitalen PAS haben DVGW und RBV erstmals ein gemeinsames System geschaffen, das Qualifikationen im Rohrleitungsbau einheitlich, digital und transparent dokumentiert. Frühere Unterschiede – digitale Nachweise beim DVGW, Papierausweise beim RBV – gehören der Vergangenheit an. Erworbene Qualifikationen werden automatisch ins gemeinsam PAS übertragen und transparent dokumentiert.

Weitere Neuerungen sind Apps (iOS/Android) – etwa für den schnelleren Nachweis von Qualifikationen auf Baustellen sowie ein praktisches Ampelsystem, das anzeigt, wann Qualifikationen erneuert werden müssen. Zudem können nun eigene Nachweise wie Erste-Hilfe- oder Staplerschein hochgeladen werden. Mit dem neuen PAS setzen DVGW und RBV einen neuen Standard für Transparenz, Effizienz und Sicherheit im Qualifikationsmanagement der Branche. Und für alle Teilnehmenden der Verbände ist die Nutzung kostenlos möglich.

Was waren die größten Hürden bei der Einführung des neuen PAS?
Die Entwicklung des PAS verlief dank der engen Zusammenarbeit der beteiligten Verbände partnerschaftlich. Technisch anspruchsvoll war vor allem die Synchronisierung der Daten aus beiden CRM-Systemen – insbesondere die korrekte Zuordnung von Unternehmen und Teilnehmenden sowie deren Qualifikationen. Das Testen neuer Funktionen im System war zeitintensiv, aber wichtig für die Qualitätssicherung.

Nicht zuletzt spielten Datenschutzthemen eine zentrale Rolle, da sensible Informationen sicher und regelkonform verarbeitet werden müssen. Schließlich sollen die Verbände und Nutzer nur eigene Daten einsehen. Dies wurde durch Implementierung von unterschiedlichen Rollen für Teilnehmende, Unternehmen und Verbände mit den entsprechenden Zugriffsrechten realisiert.

Gibt es Überlegungen, das PAS auch für andere Branchen oder Qualifikationsbereiche zu öffnen?
Der DVGW setzt das PAS bereits heute nicht ausschließlich zur Dokumentation von Qualifikationen im Rohrleitungsbau ein. Auch weitere Qualifikationen mit fixem Ablaufdatum sind in das System integriert und für Teilnehmende sowie deren Unternehmen transparent einsehbar.

Darüber hinaus haben DVGW und RBV das System zukunftsorientiert gestaltet: Es ist mandantenfähig und bildungsträgerübergreifend konzipiert. Dies ermöglicht die Anbindung weiterer Bildungsträger und deren Qualifikationsnachweise. Aktuell werden Gespräche mit verschiedenen Verbänden geführt, um das PAS-System als einheitliche Branchenlösung für die Versorgungswirtschaft zu etablieren.

Das Interview führte Ariane Mohl

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper