Mit dem Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN schafft Gasnetz Hamburg ab 2025 die Infrastruktur für die künftige Hamburger Wasserstoffwirtschaft. Nun kann das Projekt vorzeitig starten: Gasnetz Hamburg hat vom Bundeswirtschaftsministerium die Erlaubnis eines „vorzeitigen Maßnahmenbeginns“ erhalten, wie das Unternehmen mitteilt. Darin bescheinigt das Ministerium, die IPCEI-Förderung zu unterstützten und räumt dem städtischen Netzbetreiber die Möglichkeit ein, das Projekt bereits vor der endgültigen Förderzusage zu starten.
Bei Gasnetz Hamburg arbeiten an dem Projekt neben einem eigenen Wasserstoff-Fachbereich unterschiedlichste Fachleute, damit der Bau des Wasserstoffnetzes mit zunächst geförderten 40 Kilometern Länge, später mindestens voraussichtlich über 60 Kilometern, zügig vorankommt. Aktuell beginnen die Detailplanungen für den Anschluss von rund einem Dutzend Wasserstoffprojekten, die ihrerseits ebenfalls teils unter dem Dach des Wasserstoffverbund Hamburg Förderanträge im Rahmen des europäischen Programms IPCEI eingereicht haben.
Fördersumme ist noch unklar
Eine genaue Fördersumme steht erst mit dem Förderbescheid fest, den Gasnetz Hamburg gegen Jahresende erwartet. Die Unterstützung leisten der Bund und die Freie und Hansestadt Hamburg gemeinsam. Die Förderung sichert am Wirtschaftsstandort Hamburg einen zügigen Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. HH-WIN soll bereits ab 2023 gebaut werden und dann spätestens 2026 erste Wasserstoffverbraucher der Großindustrie mit Energie aus dem am Standort Moorburg entstehenden Großelektrolyseur „Green Hydrogen Hub“ versorgen. In den darauffolgenden Ausbaustufen erhält das Netz Anschluss ans europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz und soll in den Folgejahren Jahren auf über 60 Kilometer Netzlänge anwachsen. Auch seeseitige Import-Infrastrukturen für grünen Wasserstoff könnten künftig einspeisen.
Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, erläutert, dass Hamburg mit dem Wasserstoffnetz HH-WIN die fossilfreie Umstellung von über einem Drittel des Hamburger Erdgasverbrauchs auf den Weg bringen wolle. „Gerade in der jetzigen Situation müssen wir den Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung fest im Blick behalten und uns so schnell wie möglich aus der Abhängigkeit fossiler Energieträger befreien.“ Durch den Aufbau einer leitungsgebundenen Wasserstoffversorgung in Hamburg könne man die größten Erdgasverbraucher der Stadt erreichen. Die Anbindung an die zukünftigen Importstrukturen von Wasserstoff sei entscheidend, um die erforderlichen Bedarfe auch sicher decken zu können.
Von Importen aus Russland unabhängig machen
Michael Dammann, Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg, freut sich über den Projektstart. „Dass der Einsatz erneuerbarer Energie in der Industrie dringend notwendig ist, zeigt neben der Notwendigkeit des Klimaschutzes nun besonders die Versorgungslage beim Erdgas. HH-WIN eröffnet der energieintensiven Industrie in unserer Stadt nicht nur eine ganz elementare Dekarbonisierungs-Option, sondern schafft auch die Perspektive auf Unabhängigkeit von russischen Energieimporten.“ (amo)



