Die Initiative H2vorOrt begrüßt die Pläne der Ferngasnetzbetreiber für ein „H2-Netz 2030“. Die Initiative wird von 41 Unternehmen sowie dem DVGW und dem VKU getragen. Allesamt arbeiten sie an der Transformation der Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität. Die Projektpartner sind sich einig, dass eine zügige Umsetzung dieses Vorhabens eine viel frühere Anbindung der regionalen Gas-Verteilnetze möglich machen würde.
Die Mitglieder der Initiative sind sich einig: So könne klimaneutraler Wasserstoff dabei helfen, alle Sektoren zu dekarbonisieren. Im Fokus von H2vorOrt steht dabei insbesondere der Gebäudebereich. Derzeit seien allein mehr als 20 Millionen Haushalte und ihre Heizungen an die Gasverteilnetze angebunden. Je früher so viel klimaneutraler Wasserstoff wie möglich zu deren Dekarbonisierung und damit zu einem für alle bezahlbarem Klimaschutz beitragen könne, desto besser, hieß es in einem digitalen Pressegespräch.
Erneuerbare ausbauen, Importe vorantreiben
Erforderlich seien ein beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren sowie bessere Rahmenbedingungen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff in Deutschland und der EU. Unabdingbar sei aber auch eine Importstrategie für grüne Moleküle, da die heimische Produktion von H2 bei weitem nicht ausreiche, um den Bedarf zu decken.
Eine entscheidende Voraussetzung dafür aus Sicht der Initiative: Eine gemeinsame Regulierung von Erdgas- und Wasserstoffnetzen, wie sie der Deutsche Bundestag in einem Entschließungsantrag zur EnWG-Novelle im Frühsommer 2021 eingefordert hat. Diese ermögliche eine schnelle Transformation der Gasverteilnetze und ermögliche einen schnellen Markthochlauf.
Alsheimer: Netze gemeinsam regulieren
Wie Mainova-Chef Constantin H. Alsheimer erläuterte, ist das geplante Wasserstoffnetz ein zentraler Baustein für die Energiewende. Dies gelte insbesondere mit Blick auf den Dreiklang der Ziele Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Mainova sei bereit, die eigenen Netze H2-ready zu machen. „Daher sollte die künftige Bundesregierung als Teil ihres Klimaschutz-Sofortprogramms die gemeinsame Regulierung von Erdgas- und H2-Netzen beschließen“, fordert der Manager.
Eine Forderung, die auch Jürgen Grönner, Geschäftsführer der Westnetz GmbH, teilt. Die Gasverteilnetzbetreiber seien hochmotiviert und stünden in den Startlöchern. „Die neue Bundesregierung sollte diese Chance ergreifen und die entsprechenden Investitionen dafür nach ihrem Amtsantritt regulatorisch ermöglichen. Der von der Ampel-Koalition angestrebte intensivierte Ausbau der erneuerbaren Energien würde den zügigen Hochlauf der Erzeugung von grünem Wasserstoff ermöglichen, der in allen Sektoren genutzt werden sollte.“ Seien die Gas-Verteilnetze erst einmal „wasserstoff-ready“, könne man mit dem „H2-Netz 2030“ der Ferngasnetzbetreiber die Voraussetzung dafür schaffen, dass klimaneutraler Wasserstoff zu einem „Booster“ für die Energiewende werden könne.
Nutzt die EU-Kommission ihre Chance?
Florian Feller, der Vorsitzende von H2vorOrt, nahm die europäische Ebene in den Blick: Das Gaspaket, das die Europäische Kommission Mitte Dezember in Brüssel vorstellen will, sei eine große Chance, die schnelle Transformation der Gasfernleitungen und insbesondere auch der Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität durch den richtigen Rechtsrahmen zu gewährleisten.
Durch die Partnerunternehmen von H2vorOrt sind mehr als die Hälfte der Gasverteilnetzkilometer in Deutschland repräsentiert. H2vorOrt arbeitet daran, die notwendige Transformation der deutschen Gasverteilnetze zur Klimaneutralität voranzubringen. (amo)



