Im Januar 2026 lag die durchschnittliche Tagestemperatur in Deutschland bei 0,3 Grad Celsius und damit ein Grad Celsius kälter als die saisonale Norm. Der vergangene Monat war damit knapp drei Grad kälter als der Vorjahresmonat Januar 2025.
Dies hatte einen beträchtlichen Anstieg der Gasnachfrage zur Folge. In Deutschland stieg die Gasnachfrage auf 135 Terawattstunden (TWh) um zehn Prozent mehr als im Vorjahresmonat und sechs Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Auch in den sonstigen Regionen Europas war es meist kälter als saisonal üblich. Dementsprechend zeigte sich auch die europäische Gasnachfrage insgesamt im Januar auf einem Spitzenwert mit 610 TWh, vier Prozent über dem Durchschnittswert der Jahre 2021 bis 2025.
Speicher und LNG als Flexibilität
Der Nachfrageanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von rund 35 TWh gegenüber Januar 2025 wurde in gleichen Teilen durch ein höheres LNG-Angebot und höhere Ausspeicherungen ausgeglichen.
Das Pipeline-Angebot aus Norwegen, Algerien, Russland und Aserbaidschan war weitgehend ohne Ausfälle auf konstant hohem Niveau verfügbar. Die Pipeline-Lieferungen mit insgesamt 177 TWh machten rund 28 Prozent des Gesamtangebots aus.
LNG-Rekordmonat Januar 2025
Insgesamt wurden im Januar 2025 an den europäischen LNG-Terminals 150 Schiffsladungen importiert, das ist der höchste je von uns registrierte Wert. Der bisherige von uns ermittelte Spitzenwert stammt vom November 2023 mit 149 LNG-Ladungen.
Einen Rekordwert erzielte auch der in Europa dominierende Importeur USA, welcher mit insgesamt 87 Schiffsladungen noch nie so viel LNG-Ladungen binnen eines Monats nach Europa verschiffte.
Russland lieferte 22 Schiffsladungen, soviel wie zuletzt im Februar 2025. Die meisten Lieferungen davon gingen nach Frankreich (11) und Belgien (5).
Damit lagen ebenfalls die Aussendungen der LNG-Terminals mit insgesamt 170 TWh auf Rekordniveau und 31 Prozent über dem Fünf-Jahres-Mittel. LNG stellte damit 27 Prozent des Gesamtangebots.
Hohe Ausspeicherungen drücken Speicherstände
Im Januar wurden in den Gasspeichern der EU-Länder rund 240 TWh Arbeitsgas ausgespeichert. Das war der höchste Monatswert seit mindestens fünf Jahren und entspricht knapp der gesamt vorhandenen Speicherkapazität Deutschlands.
Der aggregierte Füllstand der Gasspeicher der EU-Länder sank damit innerhalb des Monats um rund 21 Prozent. Die Ausspeicherungen insgesamt machten 39 Prozent des gesamten europäischen Gasangebots aus.
Deutschland speicherte insgesamt rund 61 TWh aus, das entspricht rund 25 Prozent der vorhandenen Gesamtkapazität. Der Füllstand sank zum Ende des Monats auf 31 Prozent, 27 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.


