Planungsstand Juni 2021: Das LNG-Import- und Distributionsterminal in Brunsbüttel

Planungsstand Juni 2021: Das LNG-Import- und Distributionsterminal in Brunsbüttel

Bild: © German LNG Terminal

Das in Brunsbüttel geplante LNG-Terminal kann über die derzeit geplante Verwendung hinaus auch perspektivisch zum Aufbau einer Infrastruktur für eine zukünftige klimaneutrale Energieversorgung auf der Basis importierter regenerativer Energie beitragen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Technischen Universität Hamburg (TUHH) hervor. Darüber hinaus sei Brunsbüttel als Standort für ein Terminal, das sich zu einem Wasserstoff-Import-Hub insbesondere für Norddeutschland entwickeln könnte, grundsätzlich sehr gut geeignet, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Soll die Energieversorgung Deutschlands bis 2045 klimaneutral realisiert werden, wird dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur durch einen zusätzlichen Import ‚grüner‘ Energie in einer energiewirtschaftlich relevanten Größenordnung möglich sein. Hierfür bietet sich die Einfuhr ‚grünen‘ Methans sowie ‚grünen‘ Wasserstoffs – und das in Reinform oder als Wasserstoffderivat wie beispielsweise als Ammoniak – an“, führt Studienleiter Martin Kaltschmitt vom Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der TUHH aus.

Terminal "multifunktional" einsetzbar

Ein LNG-Terminal, wie es für Brunsbüttel geplant wird, könne mittelfristig auch „multifunktional“ – und damit außer für die Anlandung von flüssigem Methan auch für die Anlieferung von flüssigem Wasserstoff und/oder flüssigem Ammoniak – genutzt werden. „Dies ist aus technischer Sicht grundsätzlich umsetzbar und auch anzustreben, wenngleich für die einzelnen tiefkalten Energieträger unterschiedliche technische – und somit mehr oder weniger aufwändige – Anpassungen im Vergleich zu einem ‚klassischen‘ LNG-Terminal notwendig sind“, so Kaltschmitt weiter. Das Handling von flüssigem Ammoniak sei dabei wahrscheinlich insgesamt etwas einfacher als von flüssigem Wasserstoff.

Der Standort Brunsbüttel habe durch seine Lage und die industrielle Anbindung gute Perspektiven. „Brunsbüttel hat gute Voraussetzungen, sich zu einem Import-Hub für eine norddeutsche Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln“, erklärt der Wissenschaftler. Die Basis bilde auf der einen Seite die sehr gute seeseitige Anbindung, die vorhandenen und weiter ausbaubaren Anschlüsse an das existierende Verteil- und Fernleitungsnetz für Erdgas und auf der anderen Seite die vielen potenziellen industriellen Verbraucher in Norddeutschland.

Für den Import rüsten

„Wenn Deutschland seine verbindlich zugesagten Klimagasreduktionsziele erreichen will, muss man Erfahrung mit der Logistik tiefkalter Flüssigkeiten sammeln. Ein LNG-Terminal, wie in Brunsbüttel geplant, könnte hier ein Startpunkt sein, wenn der Import ‚grüner‘ tiefkalter Energieträger konzeptionell mitgedacht wird“, erläutert der Professor. (amo)

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