Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Bild: © Adobe Stock/malp

Im Rahmen eines Forschungsprojektes soll am Müllheizkraftwerk (MHKW) in Darmstadt die Infrastruktur für die Produktion und Nutzung von Wasserstoff aufgebaut werden. Geplant ist laut einer Mitteilung der Entega, einen Wasserstoff-Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt und eine Betankungsanlage für Busse und Müllfahrzeuge zu errichten. Im Elektrolyseur wird Wasser unter Strom gesetzt, so dass sich Wasserstoff und Sauerstoff voneinander trennen. Genutzt wird dabei Strom, der bei der Verbrennung von Abfall im MHKW erzeugt wird. „Die vielseitige Wasserstoff-Technologie, die in Deutschland dringend erprobt werden muss, wird für die Umsetzung der Klimaschutzziele immer wichtiger. In diese Lücke stößt das Reallabor Delta“, wird die Vorsitzende des Vorstandes von Entega Marie-Luise Wolff in einer Pressemitteilung zitiert.

Entega, der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) und der Zweckverband Riedwerke Kreis Groß-Gerau haben eine Vereinbarung für eine interkommunale Zusammenarbeit zur Förderung der Wasserstoff-Technologie unterzeichnet und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Die Bewilligung des Projektes „Reallabor: Delta Darmstädter Energie-Labor für Technologien in der Anwendung (Teilvorhaben: Multi-sektoraler Einsatz von dezentraler Elektrolyse“) werde noch für das 1. Quartal dieses Jahres erwartet, heißt es. Die Riedwerke Kreis Groß-Gerau planen, die Busflotte ihrer Nahverkehrsgesellschaft sowie einen Teil ihrer Müllsammelfahrzeuge sukzessive auf Wasserstoffbetrieb umzustellen.

Erzeuger und Abnehmer zusammenbringen

Der Vorstandsvorsitzende des ZAS, Landrat Klaus-Peter Schellhaas, betont in der ‚Mitteilung, dass man gemeinsam Wasserstofferzeuger und -abnehmer zusammenbringen wolle. André Schellenberg, Stadtkämmerer der Wissenschaftsstadt Darmstadt und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ZAS, lobt die Kooperation von Entage, ZAS und den Riedwerken als gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit der Region.

Landrat Thomas Will, Verwaltungsratsvorsitzender, und Wolfgang Matthes, Vorstandsvorsitzender der Riedwerke, unterstreichen die Bedeutung der Kooperation: „Von der Anlieferung des Abfalls über die Stromerzeugung, die Wasserstoffherstellung und den Betrieb von Tankanlagen bis hin zur Verwendung des Wasserstoffs zur Erfüllung bestimmter Transportaufgaben: Der Abfall des Kreises Groß-Gerau dient so mittelbar dem Antrieb der CO2-neutral fahrenden Busse im öffentlichen Nahverkehr des Kreises bzw. der eingesetzten Müllfahrzeuge. “

Weitere Standorte in Prüfung

Entega will zusätzlich zum Forschungsprojekt weitere Standorte zur Wasserstoffproduktion und -nutzung in Darmstadt prüfen. Laut Andreas Niedermaier, Entega-Vorstand für Infrastruktur und Personal, ist auch die Beimischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz versuchsweise geplant. „Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme könnte künftig außerdem als Nutzwärme weiterverwendet werden. Das Ziel ist, sukzessive CO2-emittierende Brennstoffe durch umweltfreundlich erzeugten Wasserstoff zu substituieren.“ Die Wasserstoffnutzung könne erheblich zum Klimaschutz und zur regionalen Wertschöpfung beitragen. (amo)

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