Die Netzentgelte für Gas sind in den vergangenen zwölf Monaten um durchschnittlich 5,5 Prozent gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 0,633 Cent pro Kilowattstunde, wie ein neuer Bericht des Verbands der Energie-Abnehmer (VEA) zeigt.
Der Verband verglich die Entgelte von 669 Netzbetreibern. Sein Fazit dabei: Die Preisveränderungen bei einzelnen Netzbetreibern seien sehr unterschiedlich ausgefallen.
Netzentgelte: starke Unterschiede
Während der Preis etwa bei den Stadtwerken Heide Netz (Schleswig-Holstein) um 27 Prozent gesunken seien, sei der Preis bei den Stadtwerken Marburg (Hessen) um 74 Prozent gestiegen.
Zwischen den einzelnen Netzbetreibern notierte der VEA Preisdifferenzen von mehr als 400 Prozent. So müssten bei den zehn teuersten Netzbetreibern mittelständische Sondervertragskunden durchschnittlich 1,20 Cent/kWh für die Netznutzung zahlen, während dieselbe Leistung bei den zehn günstigsten Netzversorgern im Mittel lediglich 0,27 Cent/kWh koste.
VEA-Berechnungsmethode
Der VEA weist darauf hin, dass die Höhe des Netznutzungsentgelts von verschiedenen Faktoren wie der jährlich bezogenen Gasmenge, der höchsten Stundenmenge innerhalb der Abrechnungsperiode sowie Mess-und Abrechnungskosten abhänge.
Mess- und Abrechnungskosten seien aber bei den untersuchten Abnahmefällen zumeist von untergeordneter Bedeutung und seien deshalb nicht berücksichtigt worden. Die veröffentlichten Durchschnittspreise basierten demnach ausschließlich auf den Preiskomponenten für Arbeit und Leistung. (ab)
Die preisgünstigsten Netzgebiete sind laut VEA derzeit (Stichtag: 1. April 2021):
- Gemeindewerke Holzkirchen (Bayern)
- Stadtwerke Lemgo (Nordrhein-Westfalen)
- Stadtwerke Nettetal (Nordrhein-Westfalen)
- Stadtwerke Rees (Nordrhein-Westfalen)
- Gasversorgung Zehdenick (Brandenburg)
- Stromnetzgesellschaft Neuenhaus (Niedersachsen)
- Gasversorgung Dessau (Sachsen-Anhalt)
- HEW Hof Energie + Wasser (Bayern)
- Stadtwerke Bretten (Baden-Württemberg)
- Nordhorner Versorgungsbetriebe (Niedersachsen)
Die zehn Versorgungsunternehmen mit den höchsten Durchschnittsentgelten seien dagegen:
- Versorgungswerke Heddesheim (Baden-Württemberg)
- Stadtwerke Treuchtlingen (Bayern)
- Stadtwerke Altensteig (Baden-Württemberg)
- Stadtwerke Meinerzhagen (Nordrhein-Westfalen)
- ErstmalEnergie Dettingen an der Erms (Baden-Württemberg)
- Netzgesellschaft Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt)
- Stadtwerke Burg Energienetze (Sachsen-Anhalt)
- Stadtwerke Bad Wildbad (Baden-Württemberg)
- Stadtwerke Neckargemünd (Baden-Württemberg)
- Stadtwerke Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern)



