Der Oldenburger Energieversorger EWE und die niederländische Firma Gasunie, Spezialist für Gasleitungen und -speicherung, wollen sich zusammentun, um gemeinsam den Wasserstoffmarkt Nordwesteuropas weiterzuentwickeln. In einer Kooperationsvereinbarung hielten die Unternehmen fest, ihre Kräfte zu bündeln, um die Klimaziele zu erreichen und die Sektorkopplung in Deutschland voranzubringen.
Konkret wollen die Firmen ihr Know-how und ihre Kompetenz auf unterschiedlichen Geschäftsfeldern einbringen, und zwar entlang der gesamten Energie- und Wertschöpfungskette: Erzeugung, Speicherung, Transport und Endkundenversorgung. Zudem wollen sie ihre Marktzugänge kombinieren.
"Ganz wichtiges Signal"
"Die Zusammenarbeit mit Gasunie gestattet EWE Zugang zu Infrastruktur weit über unser heutiges Geschäftsgebiet hinaus", erklärte EWE-Vorsitzender Stefan Dohler. "Gerade die infrastrukturelle Verknüpfung der Transport- und Verteilnetze beider Partner — und damit einhergehend eine stärker integrierte Netzplanung — wird ein Wasserstoff-Startnetz zwischen den Niederlanden und Hamburg ermöglichen."
Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies begrüßte die Zusammenarbeit. "Das ist ein ganz wichtiges Signal für das Energieland Niedersachsen und die Kooperation mit unserem Nachbarland Niederlande", sagte er. "Der Ausbau von Windenergie an Land und auf See schreitet voran. Allerdings dürfen wir die Energiewende nicht ausschließlich als Stromwende betrachten. Gerade der Sektorkopplung kommt eine herausragende Bedeutung zu."
Expertise in Gasspeicherung
EWE bringt jahrzehntelange Expertise in der Gasspeicherung in unterirdischen Kavernen mit. Nach eigenen Angaben betreibt der Energieversorger bereits Kavernen mit einer Volumenkapazität von etwa zwei Milliarden Kubikmetern. Dieses Know-how könnte sich als entscheidend erweisen für einen bedarfsgerechten Einsatz von Wasserstoff.
Aufbau internationaler H2-Infrastruktur
Gasunie betreibt Tausende Kilometer Gasleitungen in Nordwesteuropa, darunter auch in Norddeutschland. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben bestrebt, Schritt für Schritt eine internationale Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, die die Produktion dieses Energieträgers mit dem Verbrauch in Einklang bringt. (ab)



