Leiten die MET-Tochter MET Germany: Tobias Meyer (links) und Jörg Selbach-Röntgen.

Leiten die MET-Tochter MET Germany: Tobias Meyer (links) und Jörg Selbach-Röntgen.

Bild: © MET Germany

In vielen anderen europäischen Ländern ist der Schweizer Energiekonzern MET (Umsatz 2019: 11,7 Milliarden Euro) schon vertreten. Jetzt steigt er auch in den deutschen Markt ein.

Über seine neue Tochtergesellschaft MET Germany GmbH bietet das Unternehmen ab sofort Endkunden seine Produkte an. Zudem habe er das Gasspeichergeschäft von der Gas-Union übernommen, teilt der Konzern mit. Die Gas-Union selbst war im Oktober vom Gashandelskonzern VNG gekauft worden. (Die ZfK berichtete.)

"Scheuen uns nicht vor Wettbewerb"

"Deutschland ist der größte Markt Europas", sagt Jan Massmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der MET-Gruppe, der ZfK. "Dort gibt es noch mehr Marktteilnehmer und Wettbewerb als anderswo auf dem Kontinent. Davor scheuen wir uns aber nicht. Im Gegenteil: Wir freuen uns auf die Herausforderung."

Die deutsche MET-Tochter soll Anfang 2021 mit Erdgaslieferungen an große Industriekunden starten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Angebot um Strom ergänzt werden.

Stadtwerke als Zielgruppe

Das neue Team in Frankfurt/Main, das perspektivisch auf 15 Mitarbeitern anwachsen soll, führen Tobias Meyer und Jörg Selbach-Röntgen. Letzterer betreute zuvor mehr als elf Jahre bei der Gas-Union großindustrielle Kunden und Stadtwerke. Ein Sektor, der auch in seinem neuen Job wesentlich werden dürfte.

"Stadtwerke sowie andere Energieversorger und Weiterverteiler sind eine der Hauptzielgruppen für uns", sagt er der ZfK. "Mit ihnen und großen Industriekunden wollen wir den Einstieg in den deutschen Markt beginnen."

"Wollen sehr nah am Kunden sein"

MET will nicht nur mit dem Preis punkten. Der sei zwar wichtig, sagt Selbach-Röntgen. "Da werden wir auch hart am Wind segeln können." Entscheidend aber sei die Zusammenarbeit mit den Kunden. "Wir sind überzeugt, dass wir durch unsere Individualität und Kreativität sehr nah am Kunden sein und dadurch Mehrwerte schaffen können", betont er.

Interessenten können mit MET Germany etwa auf traditionellem Weg — per E-Mail, Telefon oder Messenger — in Kontakt treten und gemeinsam maßgeschneiderte Portfolios erarbeiten. Zudem will die Firma branchenbekannte Plattformen wie Enmacc oder Tender 365 nutzen.

3,4 TWh Gesamtarbeitsgaskapazität

Am Donnerstag vereinbarte MET ferner die Übernahme der Gasspeicheraktivitäten des Frankfurter Energieversorgers Gas-Union. Konkret handelt es sich um vier Standorte mit einer Gesamtarbeitsgaskapazität von 3,4 Terawattstunden, wie das Unternehmen mitteilt. Der Abschluss der Transaktion steht jedoch noch unter Zustimmungsvorbehalten und wird vor Ende dieses Jahres erwartet.

Wertschwankungen abfedern

"Uns war ein integriertes Geschäftsmodell wichtig", erklärt Massmann, stellvertretender Konzernchef, diesen Schritt. "Deshalb haben wir uns entschieden, neben dem Vertrieb auch ins Gasspeichergeschäft einzusteigen, auch um Wertschwankungen besser abfedern zu können." (ab)

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