Wasserstoff vom eigenen Dach – ein neues Projekt könnte das bald möglich machen. Die Hochschule Weserbergland startet gemeinsam mit regionalen Partnern ein Vorhaben zur dezentralen Energieversorgung: Unter dem Titel "H2-PV-Paneele" soll ein neuartiges System entwickelt werden, das Sonnenenergie direkt auf dem Hausdach in grünen Wasserstoff umwandelt.
Ziel des Projekts ist es, Haushalten eine CO₂-freie, kostengünstige und netzunabhängige Energieversorgung zu ermöglichen. Auf den Einsatz fossiler Energieträger wollen die Projektpartner komplett verzichten. Konkret sollen Photovoltaikmodule mit kompakten Elektrolyseeinheiten verbunden werden. Letztere erzeugen Wasserstoff, speichern ihn und machen ihn bei Bedarf nutzbar. Aufwendige Wechselrichter oder komplexe Steuerungstechnik sollen dabei nicht nötig sein, versprechen die Macher hinter dem innovativen Projekt.
Privathaushalte für Tests gesucht
"Wir möchten zeigen, dass grüne Wasserstoff-Energie nicht nur für Großprojekte geeignet ist, sondern auch direkt in der Praxis für Privathaushalte zuverlässig funktionieren kann", betont das Projektteam der Hochschule Weserbergland in einer Mitteilung. In der ersten Projektphase will das Team Prototypen entwickeln und diese dann auf Hausdächern installieren – ausgestattet mit frostgeschützten Paneelen für eine ganzjährige Nutzung.
Regionale Akteure sollen sich beteiligen: Das Projektteam sucht Privathaushalte, die die Technologie testen wollen. Handwerksbetriebe sollen sich an der Entwicklung praxisnaher Montagekonzepte beteiligen. Kommunen und Energiegenossenschaften sollen als Multiplikatoren dienen.
Neben der Förderung durch die Zukunftsregion Weserbergland+ erhält das Projekt zusätzliche Unterstützung von Westfalen Weser Energie. Ende März 2025 traf zudem eine Förderzusage durch das niedersächsische Investitions- und Förderinstitut NBank ein. (amo)



