Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Bild: © Andreas Arnold/dpa

Hannover steigt mit einem Modellprojekt in die Herstellung und Nutzung von Wasserstoff ein, wie die Landeshauptstadt mitteilt. Auf dem Großklärwerk im Stadtteil Herrenhausen soll die Stadtentwässerung mittels Elektrolyse Wasserstoff herstellen. Rund 11 Mio. Euro werden laut der Mitteilung in das Projekt investiert, bei dem alle bei diesem Vorgang entstehenden Produkte genutzt werden sollen.

Der Wasserstoff soll unter anderem als Treibstoff für Busse sowie für Logistik-Fahrzeuge genutzt werden. Die entstehende Abwärme will Enercity durch Einspeisung ins Fernwärmenetz verwenden. Auch für den Sauerstoff, der bei der Wasserstoffherstellung als Nebenprodukt anfällt, gibt es laut der Mitteilung einen neuen Verwendungszweck: Die Stadtentwässerung soll ihn im Klärwerksprozess einsetzen. Hierfür seien allerdings noch weitere Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Universität nötig, die Bestandteil des Projektes seien.

Fördermittel beantragt

Für die Umsetzung dieses Vorhabens will die Stadt Fördermittel aus der Wasserstoffförderung des Landes beziehungsweise der Technologieoffensive Wasserstoff des Bundes beantragen. Das Projekt sei so angelegt, dass sich die Zukunftsinvestitionen wirtschaftlich selbst tragen sollen. Sollten die Fördergelder fließen, soll spätestens im Jahr 2025 mit der Produktion begonnen werden.

Die Nutzung von gereinigtem Abwasser sowie der Einsatz des entstehenden Sauerstoffs im Klärprozess seien wirklich innovative Ansätze, mit denen Hannover einen guten Schritt in die Zukunft geht, ist Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay überzeugt. "Die innerstädtische Produktion von Wasserstoff bietet den großen Vorteil, dass der Energieträger auf kurzem Wege hier eingesetzt werden kann. Damit können wir eine regionale Energiewende vorantreiben." (amo)

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