Mehr als 90 Energieunternehmen, Gerätehersteller und Gasnetzbetreiber haben sich mit einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt. Die Unterzeichner, darunter DEW21, EnBW, VNG sowie die Stadtwerke Bochum, Karlsruhe und München, weisen in dem Schreiben auf die zentrale Bedeutung der Beimischung von Wasserstoff in Gasnetzen für das Gelingen der Energiewende hin.
Die Verfasser betonen, wie wichtig das Gasnetz für die von der EU vorangetriebene Dekarbonisierungsstrategie und das Erreichen der Klimaziele ist. Konkret sprechen sie sich dafür aus, gewissermaßen dreigleisig zu fahren: Das Beimischen von Wasserstoff, die Umwidmung vorhandener Gasnetze, aber auch der Bau einer neuen Wasserstoff-Infrastruktur seien Optionen, die sich sinnvoll ergänzen könnten, heißt es in dem Brief.
Effizient und kostengünstig CO2 einsparen
Nach Überzeugung der Verfasser ist die gezielte Nutzung von Gas-Wasserstoff-Gemischen eine vergleichsweise effiziente und kostengünstige Methode, die Treibhausgasemissionen zu senken. Dieser Ansatz mache es möglich, nach und nach Kapazitäten für die Produktion von Wasserstoff aufzubauen und Skaleneffekte zu erzielen, um Schritt für Schritt den Weg in die Wasserstoffwirtschaft zu ebnen.
Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Verfasser: Verbraucher, die bereits an das Gasnetz angeschlossen sind, könnten so unkompliziert mit „grüner“ Energie versorgt werden. Der „Beimischungsansatz“ komme schließlich auch dezentralen Wasserstofferzeugern zugute und ermögliche diesen einen kostengünstigen Zugang zu der Zukunftstechnologie „Wasserstoff“. Darüber hinaus können sie so von der Teilnahme am europaweiten integrierten Gasmarkt profitieren.
Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr?
Die Verfasser des Schreibens sprechen sich zudem dezidiert für Zertifikate und Herkunftsnachweise aus und warnen in deutlichen Worten davor, dass die Wettbewerbsfähigkeit der EU und ihr „Vorsprung“ beim Thema Wasserstoff auf dem Spiel stehe, wenn nun die Weichen nicht richtig gestellt würden. (amo)



