Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG blickt durch aufgewickelten Stahl (Coils).

Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG blickt durch aufgewickelten Stahl (Coils).

Bild: © Julian Stratenschulte/dpa

Das Sektorkopplungsprojekt Windwasserstoff Salzgitter ist am Mittwoch offiziell in Betrieb gegangen. Ziel ist es, mit grünem Wasserstoff Stahl herzustellen. Das Projekt gilt deutschlandweit als bislang einzigartig.

Ein Eckpfeiler des Projekts sind sieben neu errichtete Windräder mit einer Leistung von insgesamt 30 Megawatt. Die Anlagen, die die Eon-Tochter Avacon betreibt, stehen auf dem Gelände des Stahlkonzerns Salzgitter AG.

Wasserstoff soll Kohlenstoff ersetzen

Zwei Elektrolyse-Einheiten sollen den erzeugten Windstrom mitunter in Wasserstoff verwandeln. Den Großteil des Energieträgers will der Stahlkonzern allerdings weiter mit Erdgas herstellen. Wasserstoff wird bislang für Glühprozesse und in den Feuerverzinkungsanlagen eingesetzt.

Das Wasserstoffprojekt bildet einen zentralen Baustein des Technologieprojekts Salcos. Hierbei will die Salzgitter AG einen möglichst effizienten unde zeitnah umsetzbaren Weg finden, um CO2-Emissionen zu senken und langfristig Stahl fast CO2-frei herzustellen. Grüner Wasserstoff soll dann Kohlenstoff ersetzen, der bislang für die Verhüttung von Eisenerzen verwendet wird.

Gesamtkosten bei 50 Mio. Euro

Für eine Transformation müssen die bislang betriebenen drei Hochöfen schrittweise durch eine Kombination aus Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt werden. So könnten die CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung bis zum Jahr 2050 um etwa 95 Prozent verringert werden, teilt die Salzgitter AG mit.

Die Kosten für das gesamte Projekt, das die Errichtung der Windräder und Wasserstoffanlagen sowie deren Einbindung in die bestehenden Leitungsnetze umfasst, belaufen sich nach Unternehmensangaben auf etwa 50 Millionen Euro. Die staatliche Förderbank KfW förderte den Bau der Elektrolyse. (ab)

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